Spritpreise: Westen Deutschlands derzeit am teuersten
Autofahrer in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zahlen aktuell bundesweit die höchsten Preise für Kraftstoff. Das geht aus einer ADAC-Auswertung hervor. Sowohl bei Super E10 als auch bei Diesel liegen diese drei Bundesländer an der Spitze. Im Vergleich zu Mecklenburg-Vorpommern, wo Tanken derzeit besonders günstig ist, beträgt der Unterschied teils mehr als 8 Cent pro Liter. Auch Berlin und Bayern liegen klar unter dem Bundesschnitt. Insgesamt ziehen die Kraftstoffpreise momentan leicht an.
Nach Einschätzung des ADAC hängen die hohen Preise im Westen vor allem mit dem Niedrigwasser am Rhein zusammen. Dadurch werde der Transport von Kraftstoffen erschwert, was sich auf die Preise auswirke. Laut ADAC-Experte Christian Laberer beeinflusst dieser Sonderfaktor inzwischen auch den bundesweiten Durchschnitt und treibt ihn um einige Cent nach oben.
E10 nähert sich dem Rekordwert
Im bundesweiten Tagesmittel vom Montag kostete ein Liter Super E10 rund 2,169 Euro und damit 0,8 Cent mehr als am Vortag. Damit liegt der Preis nur noch 3,4 Cent unter dem bisherigen Höchststand vom März 2022. Auch Diesel wurde teurer: Der Literpreis stieg auf 2,252 Euro, ein Plus von 0,9 Cent. Erste Daten vom Dienstagmorgen deuteten bereits auf weitere Aufschläge bei beiden Kraftstoffsorten hin.
Aus Sicht des ADAC ist Sprit derzeit trotz der aktuellen Marktlage zu teuer. Entscheidend seien dabei vor allem der Ölpreis und der Dollar-Kurs. Laberer verweist darauf, dass Rohöl in den vergangenen Monaten zeitweise spürbar teurer gewesen sei als jetzt.
Für den Vergleich zwischen den Bundesländern nutzte der ADAC die Preise von 11 Uhr vormittags. Seit Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel zählt dieser Zeitpunkt meist zu den günstigeren Tankmomenten des Tages. Deshalb sei ein Vergleich mit dem Tagesdurchschnitt wenig sinnvoll, ein Vergleich der Länder untereinander zu diesem Zeitpunkt aber durchaus aussagekräftig.
Hier ist Tanken am günstigsten
Am billigsten war Kraftstoff am Dienstagvormittag in Mecklenburg-Vorpommern. Dort kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,078 Euro, Diesel lag bei 2,172 Euro. Dahinter folgten Berlin mit 2,081 Euro für E10 und 2,175 Euro für Diesel sowie Bayern mit 2,087 Euro beziehungsweise 2,175 Euro.
Nach ADAC-Angaben profitiert Bayern davon, dass das Bundesland über große Pipelines aus dem Süden mit Rohöl versorgt wird und daher weniger stark vom Niedrigwasser am Rhein abhängig ist. In Berlin dürfte vor allem die hohe Dichte an Tankstellen und der damit verbundene stärkere Wettbewerb für niedrigere Preise sorgen.
Besonders teuer in Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz
Die höchsten Preise wurden erneut in den drei westlichen Bundesländern gemessen. Bei Super E10 lag Hessen mit 2,164 Euro pro Liter vorne, knapp vor Nordrhein-Westfalen mit 2,163 Euro und Rheinland-Pfalz mit 2,157 Euro.
Bei Diesel war Nordrhein-Westfalen mit 2,254 Euro pro Liter am teuersten. Es folgten Rheinland-Pfalz mit 2,238 Euro und Hessen mit 2,236 Euro.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber