Energiepreise steigen wegen Iran-Krieg spürbar
Die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preisaufschläge bei Energie fallen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ähnlich deutlich aus wie in früheren Öl- und Wirtschaftskrisen. Sie bleiben jedoch hinter den extremen Ausschlägen zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 zurück. Grundlage sind Preisreihen der vergangenen 50 Jahre, unter anderem zu Kraftstoffen und Heizöl.
Im März mussten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland für Superbenzin im Schnitt 17,3 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Diesel verteuerte sich um 29,7 Prozent, Kraftstoffe insgesamt um 20 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg bei leichtem Heizöl aus: Hier lagen die Preise um 44,4 Prozent höher.
Zum Vergleich: Direkt nach Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Sprit- und Energiepreise noch weitaus kräftiger gestiegen. Im März 2022 kostete Superbenzin im Jahresvergleich fast 42 Prozent mehr, Diesel verteuerte sich um knapp 63 Prozent. Für Kraftstoffe insgesamt ergab sich ein Plus von 46,8 Prozent. Leichtes Heizöl war damals sogar um 144,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.
Nach Einschätzung der Statistiker wirkt sich der aktuelle Nahost-Krieg deshalb weniger stark auf die Verbraucherpreise aus als der russische Angriff auf die Ukraine. Ein Grund sei das bereits hohe Ausgangsniveau bei den Energiepreisen.
Deutliche Preisschübe bei Energie gab es auch in früheren Krisenzeiten immer wieder. Während der ersten Ölkrise 1973/1974 verteuerten sich Kraftstoffe binnen eines Jahres um 32 Prozent. In der zweiten Ölkrise 1979/1980 lag das Plus bei 28 Prozent. Auch in der Finanzkrise 2008/2009 zeigten sich starke Schwankungen an den Energiemärkten. In der Corona-Pandemie fielen die Energiepreise zunächst deutlich, bevor sie sich ab Mitte 2020 wieder erholten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion