Weniger Hepatitis-Neuerkrankungen in Bayern
In Bayern sind in diesem Jahr bislang deutlich weniger Hepatitis-Fälle registriert worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis zum 20. Juli 1.425 Menschen neu diagnostiziert. Das sind 548 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders bei Hepatitis C ging die Zahl zurück: Hier sank sie um 155 Fälle auf 696.
Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte die Bedeutung der Vorsorge. Eine frühzeitige Prävention helfe dabei, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Vor allem die Impfung gegen Hepatitis B spiele dabei eine wichtige Rolle. Deshalb sei es entscheidend, bei Kindern und Jugendlichen auf einen vollständigen Impfschutz zu achten.
Impfquote bei Schulkindern bei 88,4 Prozent
Wie das Ministerium mitteilt, wird die Hepatitis-B-Impfung bereits im Säuglingsalter empfohlen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen bis zum 18. Lebensjahr. Trotzdem sind nicht alle Kinder geschützt. Im Schuljahr 2023/2024 lag die Impfquote bei den eingeschulten Kindern bei 88,4 Prozent. Gerlach erklärte, das Ziel müsse sein, möglichst viele junge Menschen rechtzeitig zu erreichen, bevor aus einer versäumten Impfung ein vermeidbares Gesundheitsrisiko werde.
Hepatitis B befällt die Leber und kann sowohl akut auftreten als auch chronisch verlaufen. Gerade darin liege die Gefahr, so die Ministerin. Bleibe eine Infektion unentdeckt, könne sie langfristig zu Vernarbungen, einer Schrumpfung der Leber und sogar zu Leberkrebs führen.
Wer bislang nicht geimpft ist, sollte nach Ansicht Gerlachs die Möglichkeiten zur Früherkennung nutzen. Seit Ende 2020 ist im Rahmen des Check-up 35 ein einmaliges kostenloses Screening auf Hepatitis B und C möglich. Gegen Hepatitis C gibt es zwar keine Schutzimpfung, dafür stehen jedoch sehr wirksame Medikamente zur Verfügung.
Am 28. Juli wird weltweit der Hepatitis-Tag begangen. In Deutschland steht er unter dem Motto: „Lass uns Klartext reden – Hepatitis? Informier dich. Werde aktiv.“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber