Wirtschaft

Merz drängt: Kommt Südafrika doch zum G20-Gipfel?

Trump will Südafrika vom G20-Gipfel ausschließen – doch Merz geht auf Konfrontation. Droht in Miami ein neuer Eklat?

21.10.2026, 11:10 Uhr

Merz wirbt für Südafrikas Teilnahme am G20-Gipfel

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich erneut dafür ausgesprochen, dass Südafrika am G20-Gipfel im Dezember in Miami teilnimmt. Bei der Konferenz "Berlin Global Dialogue" erklärte der CDU-Politiker, Afrika müsse bei solchen Gesprächen selbstverständlich vertreten sein. Sowohl die Afrikanische Union als auch Südafrika seien Mitglieder der G20. Deshalb setze er sich dafür ein, dass Südafrika bei dem Treffen dabei ist. Wer über die Zukunft der Weltwirtschaft rede, müsse alle bedeutenden Partner einbeziehen.

Bundesregierung plant Vorstoß für eine Wachstumsagenda

Mit seiner Forderung knüpft Merz an eine Debatte aus dem Vorjahr an. Im November 2025 hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Südafrika nicht zu dem Gipfel einzuladen. Trump begründet dies mit dem Vorwurf, in Südafrika finde ein Genozid an weißen Farmern statt. Diese Darstellung wird jedoch von Experten und auch von der südafrikanischen Regierung klar zurückgewiesen.

Bei den G20 kommen Vertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen. Russlands Präsident Wladimir Putin ist trotz des anhaltenden Kriegs gegen die Ukraine weiterhin eingeladen.

Nach Angaben von Merz hat die Bundesregierung den USA für den Gipfel eine "Wachstumsagenda" vorgeschlagen. Im Mittelpunkt sollen der Abbau von Bürokratie, strukturelle Reformen und mehr Investitionen stehen. Das seien aus seiner Sicht die Voraussetzungen für neues Wachstum und mehr Wohlstand — in Deutschland ebenso wie international.

Darüber hinaus sollen die G20 nach den Vorstellungen der Bundesregierung auch über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz, eine sichere und bezahlbare nachhaltige Energieversorgung, den Umgang mit unfairen Handelspraktiken sowie über die weltweit steigende Staatsverschuldung beraten.

Merz lobte zudem ausdrücklich, dass Trump auch Spanien, die Niederlande und Polen eingeladen habe, obwohl diese Länder nicht regulär zur G20 gehören. Er kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass sie auch künftig in die Gespräche eingebunden bleiben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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