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Schuldnergeld veruntreut: Gerichtsvollzieher in Haft

Jahrelang kassierte ein Gerichtsvollzieher heimlich Schuldnergeld – und womöglich ist der Skandal noch größer als bekannt.

21.10.2026, 09:44 Uhr

Gerichtsvollzieher in Unterfranken wegen Veruntreuung verurteilt

Ein Gerichtsvollzieher aus Unterfranken hat über Jahre hinweg Geld, das er bei Schuldnern eingezogen hatte, für sich selbst verwendet. Nach Angaben des Landgerichts Würzburg geht es um mehrere Hunderttausend Euro. Der 51-Jährige wurde wegen Untreue in 160 Fällen sowie wegen Datenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Als Hintergrund nannte das Gericht seine angespannte finanzielle Lage. Das Urteil aus der Mitte Juni ist inzwischen rechtskräftig.

Der Mann wurde außerdem aus dem Beamtenverhältnis entfernt. Damit verliert er seinen Anspruch auf Besoldung und Pension und darf nicht mehr im Staatsdienst tätig sein. Bis zum 25. September wurden nach Gerichtsangaben bereits rund 323.000 Euro einschließlich Zinsen an 127 Gläubiger und 39 Schuldner zurückgezahlt.

Weitere Betroffene nicht ausgeschlossen

Nach Angaben des Landgerichts prüft das Amtsgericht Würzburg derzeit noch ältere Fälle aus der Zeit vor 2020. Gläubiger und Schuldner, die möglicherweise noch entschädigt werden müssen, sollen vom Amtsgericht benachrichtigt werden.

Laut Urteil hatte der Verurteilte die Geldbewegungen und deren Hintergründe mit großem Aufwand verschleiert. Erst vor zwei Jahren brachte die Anzeige eines Gläubigers bei der Staatsanwaltschaft den Fall ins Rollen. Daraufhin wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

In Bayern sind Gerichtsvollzieher Beamte der Justiz und jeweils einem Amtsgericht zugeordnet. Sie setzen unter anderem gerichtliche Entscheidungen durch und pfänden bewegliche Gegenstände wie Bargeld, Wertsachen oder Fahrzeuge.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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