Tarifabschluss bei Avnet Logistics nach dreitägigem Streik
Wenige Monate vor der geplanten Schließung des Standorts Poing hat die IG Metall beim Elektronikgroßhändler Avnet Logistics einen Tarifvertrag durchgesetzt. Wie die Gewerkschaft mitteilte, einigten sich beide Seiten nach einem dreitägigen Ausstand auf ein Abkommen für die rund 350 Beschäftigten. Nach Angaben der IG Metall soll der Standort zum Jahresende dichtgemacht werden. Der Tarifvertrag umfasst neben Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen auch hohe Abfindungen sowie einen zusätzlichen Krisenbonus.
Konzern mit starkem Wachstum
Avnet ist ein US-Unternehmen, das auf den Vertrieb elektronischer Bauteile spezialisiert ist und weltweit etwa 14.500 Menschen beschäftigt. Am Standort Poing galt bislang kein Tarifvertrag. Laut dem jüngsten Quartalsbericht legte der Umsatz des Konzerns in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika in den ersten drei Monaten des Jahres um 31,3 Prozent auf 2 Milliarden US-Dollar zu. Diese Zahlen beziehen sich auf sämtliche Geschäftsbereiche des Unternehmens, nicht nur auf die Logistik. Zudem hatte Avnet 2025 im sachsen-anhaltischen Bernburg einen neuen und deutlich größeren Standort in Deutschland eröffnet.
Lange Verhandlungen ohne Ergebnis
Nach Angaben der IG Metall waren dem Streik in Poing bereits fünf erfolglose Tarifrunden vorausgegangen. Im April kündigte Avnet dann die Schließung des Standorts an. Daraufhin sprachen sich die Beschäftigten für einen unbefristeten Streik aus. Dieser wurde nun vorerst ausgesetzt, bis die Mitglieder der Gewerkschaft über das erzielte Verhandlungsergebnis abstimmen. Die IG Metall bewertet den Arbeitskampf als klaren Erfolg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion