Wirtschaft

KI-Boom lässt Intel Wall Street staunen

Jahrelang kriselte Intel – jetzt sorgt der KI-Boom plötzlich für Rückenwind. Schafft der Chip-Pionier doch noch das Comeback?

23.07.2026, 22:45 Uhr

Intel profitiert vom KI-Boom

Nach einer längeren Schwächephase legt das Geschäft von Intel wieder deutlich zu. Hintergrund ist die stark gestiegene Nachfrage nach Halbleitern für den Ausbau von Rechenzentren im Bereich Künstliche Intelligenz. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz des US-Chipherstellers im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar (rund 14,15 Milliarden Euro). Damit erzielte Intel das kräftigste Umsatzwachstum seit mehreren Jahren. Von Analysten waren im Schnitt lediglich 14,4 Milliarden Dollar erwartet worden.

Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie schnitt der Konzern besser ab als prognostiziert. Mit 42 Cent lag dieser Wert etwa doppelt so hoch wie von der Wall Street im Mittel vorhergesagt. Unter dem Strich meldete Intel allerdings einen Verlust von elf Milliarden Dollar. Dieser ist jedoch vor allem auf eine bilanzielle Abwertung von treuhänderisch gehaltenen Aktien zurückzuführen, die im Rahmen von Subventionsvereinbarungen an die US-Regierung übertragen werden sollen.

Für das laufende Quartal zeigte sich Intel ebenfalls optimistischer als der Markt. Die Prognose des Konzerns lag klar über den Erwartungen. Im nachbörslichen Handel in den USA reagierte die Aktie zeitweise mit einem Plus von rund zwölf Prozent.

US-Regierung als Anteilseigner

Unter dem seit Anfang 2025 amtierenden Vorstandschef Lip-Bu Tan versucht Intel, mit Sparmaßnahmen und einer Neuausrichtung aus der Krise zu kommen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Pläne für eine Fabrik in Magdeburg aufgegeben. Bereits im vergangenen August erhielt die US-Regierung nach Druck von Präsident Donald Trump eine Beteiligung von etwa zehn Prozent an Intel. Diese diente als Gegenleistung für zuvor in Aussicht gestellte milliardenschwere Subventionen.

Intel war früher der unangefochtene Marktführer in der Halbleiterbranche, kämpft aber seit Jahren mit Rückschlägen. Besonders bei Chips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz hat sich Nvidia an die Spitze gesetzt. Mittlerweile besetzen Intel und der Rivale AMD jedoch zunehmend Teilbereiche rund um die Infrastruktur von Nvidia-basierten Systemen. Zudem verfolgt Tan das Ziel, Intel stärker als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler zu positionieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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