Wirtschaft

SAP kappt Gewinnziel – doch das Wachstum verblüfft

Cloud boomt bei SAP – doch ausgerechnet beim Gewinn folgt der Dämpfer. Warum der Konzern jetzt den Ausblick kappt.

23.07.2026, 22:36 Uhr

SAP steigert Gewinn deutlich, senkt aber wegen Zukäufen den Ergebnisausblick

SAP hat im zweiten Quartal spürbar mehr verdient, den Ausblick auf das operative Ergebnis im laufenden Jahr wegen zweier Übernahmen aber leicht gesenkt. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern rechnet der Konzern währungsbereinigt nun nur noch mit einem Plus von 13 bis 17 Prozent. Zuvor hatte Vorstandschef Christian Klein 14 bis 18 Prozent angepeilt.

Als Grund nennt das Management die inzwischen abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs. Finanzchef Dominik Asam zufolge dürften beide kleineren Zukäufe im zweiten Halbjahr Verluste verursachen. Nach seinen Angaben sind sie auch der alleinige Grund für die Anpassung der Ergebnisprognose.

Im zweiten Quartal blieb SAP bei der bereinigten operativen Gewinnkennzahl zudem unter den Markterwartungen. Das Ergebnis legte um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro zu. Belastet wurde es laut Asam unter anderem durch höhere Marketingausgaben für KI-Angebote.

Positiv entwickelte sich dagegen das Cloud-Geschäft. Der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand für die kommenden zwölf Monate, der sogenannte Current Cloud Backlog, stieg bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Das war nicht nur mehr als von Analysten erwartet, sondern auch ein höheres Wachstumstempo als noch im ersten Quartal.

Konzernchef Klein führt diese Entwicklung auf die KI-Initiativen des Unternehmens zurück. Vor allem die Strategie rund um ein stärker automatisiertes Unternehmen sowie Angebote wie die SAP Autonomous Suite und die SAP Business AI Platform träfen auf hohe Nachfrage, so das Management.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Besonders kräftig wuchs das Cloud-Geschäft: Die Erlöse in diesem Bereich kletterten um 22 Prozent und damit stärker als erwartet. Unter dem Strich verdiente SAP 2,21 Milliarden Euro und damit gut ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

Bei den Umsatzprognosen für das Gesamtjahr sowie beim erwarteten Barmittelzufluss von rund 10 Milliarden Euro bleibt SAP unverändert. Der Konzern weist jedoch darauf hin, dass diese Annahmen eine baldige Deeskalation im Nahostkrieg unterstellen.

An der Börse kamen vor allem die starken Cloud-Vertragszahlen gut an: Die in New York gehandelten SAP-Aktienzertifikate legten nachbörslich deutlich zu.

Quelle: dpa/bearbeitet

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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