Einigung im Markenstreit zwischen Krispy Kebab und KFC
Im Konflikt um die Bezeichnung eines Kebab-Produkts haben sich die Bielefelder Dönerkette Krispy Kebab und der US-Fast-Food-Konzern KFC geeinigt. Nach Angaben beider Unternehmen darf KFC seine Dönervariante weiterhin unter dem Namen „Krispy Kebab“ im Sortiment behalten.
Teil der Vereinbarung ist auch eine Werbeaktion: In den Bielefelder KFC-Standorten erhalten Kunden beim Kauf eines Döners einen Gutschein, den sie in Filialen von Krispy Kebab gegen einen weiteren Kebab einlösen können. Die Aktion ist auf 500 Gutscheine begrenzt. Diese Gutscheine kauft KFC bei Krispy Kebab ein. Ob darüber hinaus weitere Kosten übernommen oder ein zusätzlicher finanzieller Ausgleich gezahlt wird, blieb offen.
Der Anwalt des Bielefelder Unternehmens, Markus Brock von der Kanzlei SKW Schwarz, erklärte, bei den Gutscheinen handle es sich nur um einen Teil eines größeren Gesamtpakets. Zu weiteren Einzelheiten äußerte er sich nicht. Nach seinen Worten standen die Verhandlungen zeitweise „auf Messers Schneide“, am Ende sei aber nach hartem Ringen eine Lösung gefunden worden.
Krispy Kebab hatte zuvor auf seine Markenrechte verwiesen. KFC hatte dagegen argumentiert, dass der Produktname bereits in vielen europäischen Märkten verwendet werde. Zugleich spielte das Unternehmen den Streit humorvoll herunter: Man wolle keinen „Beef“ – der Fokus liege schließlich auf Chicken. Das Wort „Beef“ bedeutet im Englischen zwar Rindfleisch, wird umgangssprachlich aber auch für Streit verwendet.
Schauspieler Kida Khodr Ramadan vermittelte
Zur Einigung beigetragen hat der deutsch-libanesische Schauspieler Kida Khodr Ramadan, der in der Serie „4 Blocks“ einen Clanchef spielt. Bereits in der vergangenen Woche hatte er auf Instagram angeboten, zwischen den Parteien zu vermitteln. Sein Vorschlag: Man solle sich in Berlin an einen Tisch setzen und die Sache friedlich klären.
Inzwischen wurde die Verständigung auch in einem weiteren Video inszeniert: Darin sitzen ein KFC-Marketingmanager und Krispy-Kebab-Chef Sergen Kolcu tatsächlich gemeinsam an einem Tisch, während Ramadan als Vermittler auftritt und Druck macht, damit sich beide Seiten einigen. Der Clip ist humorvoll gehalten, endet aber mit einem klaren Signal der Versöhnung: Beide reichen sich die Hand.
Sorgen um Kundenabwanderung ausgeräumt
Krispy Kebab betreibt derzeit 17 Filialen in Städten wie Bielefeld, Hannover, Essen, Emden und Wesel. KFC kommt weltweit auf rund 32.000 Standorte.
Kolcu hatte befürchtet, dass Kunden zu KFC abwandern könnten, wenn sie glaubten, das bekannte Dönerprodukt werde dort nun ebenfalls angeboten. Diese Sorgen scheinen inzwischen ausgeräumt. Die Gutscheinaktion könnte Krispy Kebab sogar zusätzliche Kundschaft bringen, weil manche KFC-Besucher dadurch erstmals in einer Filiale der Dönerkette landen könnten – und womöglich wiederkommen.
Rückblickend sagte Kolcu, anfangs habe „echt dicke Luft“ geherrscht. Es sei um den eigenen Laden, den eigenen Namen und das eigene Geschäft gegangen. Nach den Gesprächen sei die Lage nun aber entspannt: „Jetzt ist alles cool.“ Er zeigte sich erleichtert, dass der Rechtsstreit beendet ist. Durch die Gutscheinaktion kommt nach seinen Angaben ein zusätzlicher Umsatz von knapp 5.000 Euro hinzu.
Der 29-jährige Unternehmer gründete Krispy Kebab im Jahr 2017. Das Unternehmen will weiter wachsen und bis zum Sommer zwei zusätzliche Standorte eröffnen.
KFC gehört zum US-Gastronomiekonzern Yum! mit Sitz in Louisville im Bundesstaat Kentucky. Zu Yum! zählen unter anderem auch Pizza Hut und Taco Bell. Insgesamt betreibt der Konzern rund 55.000 Restaurants, davon etwa 32.000 unter der Marke KFC.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion