Wirtschaft

Kerosin-Schock: Droht Eurowings Kurzarbeit?

Eurowings streicht erste Dubai-Flüge – und das ist erst der Anfang: Im Winter drohen weitere Kürzungen und sogar Kurzarbeit.

16.10.2026, 15:07 Uhr

Eurowings erwägt Kurzarbeit wegen steigender Treibstoffkosten

Die Fluggesellschaft Eurowings prüft angesichts der stark gestiegenen Kerosinpreise, im Winter Kurzarbeit für Teile der Belegschaft einzuführen. Nach Angaben eines Sprechers laufen dazu bereits Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem hat die Lufthansa-Tochter erste Flüge aus dem aktuellen Winterprogramm gestrichen. Zuvor hatte bereits der Spiegel darüber berichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in dieser Woche schriftlich informiert.

Besonders betroffen sind zunächst die erst vor kurzem aufgenommenen Verbindungen von Köln und Stuttgart nach Dubai. Auf diesen langen Strecken wirken sich die hohen Treibstoffkosten besonders stark aus. Die Route von Berlin in die Metropole am Golf soll dagegen bestehen bleiben. Darüber hinaus plant Eurowings vor allem, einzelne Flugfrequenzen zu reduzieren, statt komplette Strecken aufzugeben. Insgesamt soll das Angebot um rund fünf Prozent gekürzt werden, wie aus einem Schreiben der Geschäftsführung hervorgeht.

Sparmaßnahmen auch abseits des Flugplans

Wie umfangreich eine mögliche Kurzarbeit ausfallen könnte, ließ das Unternehmen offen. Zusätzlich sollen auch in der Verwaltung Ausgaben gesenkt werden. Selbst die geplante Weihnachtsfeier wurde gestrichen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert Mitsprache bei der konkreten Umsetzung möglicher Kurzarbeit. Außerdem dringt sie darauf, eventuelle Leistungen der Arbeitsagentur für Beschäftigte aufzustocken. Verdi-Vertreter Marvin Reschinsky verwies darauf, dass die Lufthansa-Gruppe insgesamt weiterhin Gewinne erwirtschafte.

Kritik kommt auch von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Sie hatte dem Lufthansa-Konzern bereits vorgeworfen, mit dem geplanten Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP falsche Prioritäten zu setzen. VC-Vize Oliver Löwe erklärte, wer in Lissabon finanziell stark auftrete und für eine Minderheitsbeteiligung einen hohen Preis zahlen wolle, könne den eigenen Beschäftigten nicht gleichzeitig harte Einschnitte als alternativlos darstellen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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