Wirtschaft

Jeder neunte Onliner tappt in die Cyber-Falle

Phishing, Konto-Hacks, Online-Betrug: Fast alle Opfer zahlen einen Preis. Warum sich trotzdem viele in falscher Sicherheit wiegen.

11.05.2026, 08:01 Uhr

Cybersicherheitsmonitor 2026: Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität

In Deutschland ist im vergangenen Jahr rund jeder neunte Internetnutzer Opfer von Cyberkriminalität geworden. Das entspricht 11 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2026 (CyMon), den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) vorgestellt hat. Insgesamt gaben 27 Prozent an, in ihrem Leben bereits mindestens einmal von Straftaten im digitalen Raum betroffen gewesen zu sein.

Grundlage der Untersuchung ist vor allem eine repräsentative Befragung von 3.060 Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 bundesweit durchgeführt wurde.

Online-Betrug beim Einkaufen besonders verbreitet

Am häufigsten werden Menschen beim Onlineshopping geschädigt. Unter den Betroffenen nannten 22 Prozent einen Betrug beim Online-Einkauf. Dahinter folgen unbefugte Zugriffe auf Online-Konten mit 14 Prozent, Betrug im Onlinebanking mit 13 Prozent sowie Phishing-Angriffe mit 12 Prozent.

Für die meisten Opfer bleiben die Angriffe nicht folgenlos. 88 Prozent berichteten von einem Schaden. Bei 33 Prozent führte die Tat zu einem konkreten finanziellen Verlust. Weitere genannte Folgen waren ein geringeres Vertrauen in Onlinedienste (29 Prozent) sowie erheblicher Zeitaufwand (23 Prozent).

Viele unterschätzen ihr persönliches Risiko

Trotz der vergleichsweise hohen Zahl an Betroffenen sieht die Studie einen anhaltenden Trend zur Sorglosigkeit bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern. 55 Prozent halten ihr eigenes Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering oder sogar ausgeschlossen.

Entsprechend zurückhaltend ist auch das Informationsverhalten: Nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Themen der Cybersicherheit. 40 Prozent beschäftigen sich mit dem Thema lediglich gelegentlich.

Schutzmaßnahmen oft bekannt, aber zu selten genutzt

Auch bei der Vorsorge zeigt die Studie deutlichen Nachholbedarf. Von 19 abgefragten Schutzmaßnahmen sind einer Mehrheit überhaupt nur wenige bekannt. Vor allem starke Passwörter und Antivirenprogramme sind verbreitet und werden von 46 beziehungsweise 40 Prozent genutzt.

Als Gründe für die fehlende Absicherung nannten die Befragten vor allem ein trügerisches Sicherheitsgefühl (27 Prozent). Außerdem empfinden viele die empfohlenen Maßnahmen als zu kompliziert (23 Prozent) oder überfordernd (23 Prozent).

Anbieter und Hersteller stärker in der Verantwortung

Wenn es zu einem Angriff kommt, wenden sich 32 Prozent der Opfer an die Polizei und erstatten Anzeige. 35 Prozent kontaktieren stattdessen den jeweiligen Anbieter oder Plattformbetreiber.

Stefanie Hinz, Vorsitzende des ProPK, erklärte bei der Vorstellung der Ergebnisse, Cyberkriminalität durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Onlinekauf sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte, Cybersicherheit müsse im Alltag einfacher, präsenter und verständlicher werden. Zugleich nahm sie die Unternehmen in die Pflicht: Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssten sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.

Quelle: dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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