Wirtschaft

Ifo: Tankrabatt hilft Benzin – Diesel enttäuscht

17 Cent pro Liter sollten sparen – doch landet der Tankrabatt wirklich bei Fahrern? Das Ifo hat überraschend nachgerechnet.

22.10.2026, 08:47 Uhr

Der neue Tankrabatt ist laut aktuellen Berechnungen des Ifo-Instituts bei Benzin in der vergangenen Woche fast vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Bei Diesel fiel die Entlastung dagegen erneut geringer aus.

Nach Angaben des Münchner Instituts wurde die Steuersenkung bei Superbenzin weitgehend an die Autofahrer weitergegeben. Für Super E10 errechneten die Fachleute eine Entlastung von 16 Cent pro Liter, bei Super E5 seien es sogar die vollen 17 Cent gewesen.

Anders sieht es beim Diesel aus: Dort kamen von den vorgesehenen 17 Cent nur etwa 14 Cent je Liter bei den Kundinnen und Kunden an, sagte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.

Ähnliche Entwicklung wie beim vorherigen Tankrabatt

Nach Einschätzung Neumeiers zeigt sich damit ein bekanntes Muster. Schon beim vorherigen Tankrabatt in den Monaten Mai und Juni sei die Entlastung bei Diesel hinter den angekündigten 17 Cent zurückgeblieben. Zudem verweist er darauf, dass es seit dem Start des aktuellen Tankrabatts am 1. Oktober spürbare Abweichungen bei der Weitergabe gegeben habe. Über den gesamten Zeitraum betrachtet summiere sich die Entlastung bislang auf rund 16 Cent bei E5 sowie jeweils etwa 14 Cent bei Diesel und E10.

Hohe Kraftstoffpreise treiben die Inflation

Für die Analyse vergleicht das Ifo die Kraftstoffpreise in Deutschland mit denen in Frankreich, wo kein vergleichbarer Tankrabatt eingeführt wurde. Grundlage sind Daten der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts sowie des französischen Wirtschaftsministeriums. Als Vergleichsmaßstab dienten die drei Wochen vor Einführung des Tankrabatts.

Die Bundesregierung hatte die neue Entlastung als Reaktion auf die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs beschlossen. Der Rabatt gilt bis zum Jahresende. Im September hatten die hohen Ölpreise zu Rekordwerten an den Tankstellen geführt. Dadurch stieg auch die Inflationsrate auf 3,3 Prozent – der höchste Stand seit fast drei Jahren. Die Bundesbank erwartet, dass die Inflation auch im kommenden Jahr noch spürbar hoch bleiben wird.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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