Die Netflix-Serie „Nobody Wants This“ hat sich weltweit zum Streaming-Erfolg entwickelt. Mit Kristen Bell und Adam Brody in den Hauptrollen verbindet die romantische Komödie pointierten Witz mit spürbarer Chemie zwischen den Figuren. Nun geht die Geschichte weiter. Hier sind die wichtigsten Infos zur Serie und zur neuen Staffel.
Worum geht es?
Im Zentrum steht Joanne, eine schlagfertige Agnostikerin, die zusammen mit ihrer Schwester Morgan einen erfolgreichen Podcast über Sex, Dating und peinliche Beziehungsmomente moderiert. Bei einem gemeinsamen Essen begegnet sie Noah, einem charmanten Rabbiner, der in seiner Gemeinde vor einem beruflichen Aufstieg steht.
Damit treffen zwei sehr verschiedene Welten aufeinander. Nicht nur kulturelle Unterschiede und gegenseitige Vorannahmen sorgen für Reibung, auch Familienmitglieder und Geschwister mischen sich mit reichlich Chaos in die entstehende Liebesgeschichte ein.
Warum kommt die Serie so gut an?
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer schätzen die Serie als Gegenstück zu typischen Rom-Com-Klischees. Statt eines überdrehten Teenie-Dramas oder einer oberflächlichen Großstadtromanze zeigt „Nobody Wants This“ eher glaubwürdige Konflikte: Bindungsängste, unterschiedliche Lebensentwürfe und Missverständnisse, wie sie im Alltag tatsächlich vorkommen.
Die Dialoge sind witzig, warmherzig und oft sehr direkt. Im Mittelpunkt stehen Erwachsene mit Lebenserfahrung, die auch frühere Enttäuschungen mit in neue Beziehungen bringen. Die Serie erzählt von Liebe, ohne alles zu verklären. Zweifel, Unsicherheiten und Konflikte sind da, aber nicht künstlich aufgeblasen, nur um ein großes Finale zu erzwingen. Stattdessen zeigt sie, dass Verlieben leicht sein kann, eine funktionierende Beziehung aber Arbeit verlangt.

Gelobt wird auch, wie offen Joanne und Noah miteinander sprechen. Anders als in vielen klassischen Liebeskomödien entstehen die Spannungen nicht vor allem durch verschleppte Missverständnisse. Beide Figuren sprechen Ängste und Probleme meist ehrlich und auf Augenhöhe an. Vor allem Noah wurde vielfach als seltenes Beispiel für eine emotional zugängliche männliche Hauptfigur hervorgehoben: Er zeigt Gefühle, steht zu Fehlern und entschuldigt sich glaubhaft.
Zum Erfolg trägt außerdem die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern bei. Für viele Fans ist gerade das Zusammenspiel der Millennial-Stars Kristen Bell und Adam Brody ein großer Reiz der Serie.
Was bedeutet der Titel?
Übersetzt heißt „Nobody Wants This“: Niemand will das. Der Titel lässt sich doppelt lesen.
Zum einen trägt auch der Podcast von Joanne und Morgan diesen Namen. Darin sprechen die beiden über Dating-Chaos, Beziehungsalltag und toxische Konstellationen. Zum anderen scheint im Umfeld der Hauptfiguren kaum jemand wirklich zu wollen, dass Joanne und Noah ein Paar werden.
Gleichzeitig wirkt der Titel wie ein ironischer Gegenentwurf zur eigentlichen Botschaft der Serie. Denn im Kern stellt sich die Frage: Wer wünscht sich nicht eine reife, gesunde Beziehung auf Augenhöhe?
Gab es auch Kritik?
Ja. Nach dem Start der ersten Staffel wurde vor allem die Darstellung jüdischer Frauen diskutiert. Kritikerinnen und Kritiker empfanden einige Figuren als zu klischeehaft oder unsympathisch. Serienmacherin Erin Foster wies diese Vorwürfe zurück. Ihr gehe es, so ihre Argumentation, um vielschichtige und menschliche Charaktere, nicht um das Bedienen von Stereotypen.
Zuletzt sorgte auch Hauptdarsteller Adam Brody für Schlagzeilen. In einem Interview mit dem Magazin „GQ“ äußerte sich der jüdische Schauspieler, der in der Serie einen Rabbiner spielt, zum Krieg in Gaza. Er bezeichnete Israels Vorgehen als „Genozid“ und sprach sich für ein freies Palästina aus. Diese Aussagen lösten Kritik aus, unter anderem von Rabbiner Steve Leder, der die Produktion in der ersten Staffel fachlich beraten hatte und Brodys Aussagen in sozialen Netzwerken verurteilte.
Wie geht es in der neuen Staffel weiter?
Joanne und Noah wagen den nächsten Schritt: Sie ziehen zusammen. Nach den Turbulenzen der vergangenen Staffeln beginnt für sie nun der gemeinsame Alltag — mit all den kleinen Reibungen, die dazugehören: offene Schranktüren, verlegte Dinge und genervte Kommentare. Nur eben mit dem typischen Humor der Serie.
Außerdem setzt sich Joanne intensiver mit einer möglichen Konvertierung zum Judentum auseinander. Dabei beschäftigt sie sich ernsthaft mit den Bräuchen, Werten und Erwartungen, die damit verbunden sind. Gleichzeitig wächst der Druck auf sie weiter, und ihre Rolle in Noahs Umfeld bleibt ein sensibles Thema.
Daneben deutet sich auch bei zwei Nebenfiguren mehr an: Zwischen Morgan und Sasha, Noahs Bruder, könnte sich die Dynamik deutlich verändern — insbesondere nachdem sich Sashas Frau am Ende der vergangenen Staffel von ihm getrennt hat.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber