Wirtschaft

Ifo: Preisschock könnte abflauen

Inflationshoffnung? Firmen rechnen erneut mit weniger Preiserhöhungen – doch Experten warnen: Für Entwarnung ist es zu früh.

30.06.2026, 10:35 Uhr

Das Ifo-Institut in München sieht erste Hinweise darauf, dass sich der Inflationsdruck abschwächt. Im Juni gingen die sogenannten Preiserwartungen der Unternehmen bereits den zweiten Monat in Folge zurück. Der Indikator sank von 30 auf 26,4 Punkte. Nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher deutet das darauf hin, dass weniger Firmen in naher Zukunft Preiserhöhungen planen.

Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erklärte, dass – abgesehen vom Auslaufen des Tankrabatts, das sich im Juli bemerkbar machen dürfte – vieles dafür spreche, dass die stärkste Phase der Preissteigerungen vorerst überschritten sei. Möglich sei, dass die Inflation in den Sommermonaten ihren Höhepunkt erreicht habe.

Preise dürften dennoch weiter anziehen

Für eine vollständige Entwarnung sei es aus Sicht des Ifo aber noch zu früh. Zwar hätten sinkende Energiepreise und die Hoffnungen auf eine friedlichere Entwicklung im Nahen Osten die Unternehmen optimistischer gestimmt. Dennoch rechnet Wollmershäuser damit, dass sowohl Produzenten- als auch Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiter steigen werden. Zudem liegen die Preiserwartungen mit 26,4 Punkten weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 von 18,3 Punkten.

Grundlage der Einschätzung ist eine Unternehmensumfrage des Ifo. Der Index vergleicht den Anteil der Firmen, die ihre Preise erhöhen wollen, mit dem Anteil jener, die Preissenkungen planen. Nicht erfasst wird dabei, in welchem Ausmaß die Preise verändert werden sollen.

Lebensmittelpreise etwas weniger unter Druck

Vor allem bei energieintensiven Unternehmen hat der Preisdruck spürbar nachgelassen. Dort fiel der Wert von 41,2 auf 30,2 Punkte. Bei Unternehmen mit geringerem Energieverbrauch war der Rückgang schwächer: von 30,3 auf 27,1 Punkte. Auch in der Industrie, im Handel und im Dienstleistungsbereich gaben die Preiserwartungen leicht nach.

Eine gewisse Entspannung zeigt sich zudem bei Lebensmitteln. Hersteller dieser Produkte rechnen deutlich seltener mit Preisaufschlägen; der entsprechende Indikator sank von 19,6 auf 12,7 Punkte. Auch im Lebensmitteleinzelhandel ließ der Preisdruck nach und fiel von 55,3 auf 48,5 Punkte. Trotz des Rückgangs bleibt das Niveau dort aber weiterhin hoch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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