Wirtschaft

Gefallener Krypto-König: Bankman-Fried fleht um Gnade

Vom Krypto-Wunderkind zum verurteilten Betrüger: Sam Bankman-Fried beantragt Begnadigung – aber erst nach 25 Jahren Haft.

09.06.2026, 11:00 Uhr

Der frühere Krypto-Unternehmer Sam Bankman-Fried, der wegen Betrugs verurteilt wurde, hat offiziell ein Gnadengesuch eingereicht. Aus dem System des US-Justizministeriums geht jedoch hervor, dass der 34-Jährige nach aktuellem Stand eine Begnadigung erst nach Verbüßung seiner 25-jährigen Haftstrafe anstrebt. In den USA kann eine Begnadigung unter anderem dazu führen, dass Bürgerrechte wie das Wahlrecht wiederhergestellt werden.

FTX, einst eine der größten Handelsplattformen für Kryptowährungen wie Bitcoin, war Ende 2022 spektakulär kollabiert. Bankman-Fried wurde daraufhin auf den Bahamas festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Die Verurteilung erfolgte 2024, gegen das Urteil läuft inzwischen ein Berufungsverfahren.

US-Präsident Donald Trump hatte zu Jahresbeginn in einem Interview mit der New York Times erklärt, derzeit keine Begnadigung für Bankman-Fried zu planen. Der Mitgründer von FTX sagte dem Sender Fox Business zugleich selbst, dass er auf eine Begnadigung hoffe.

Milliardenverlust oder bloßer Engpass?

Obwohl das Kryptogeschäft oft schwer durchschaubar ist, lautete der zentrale Vorwurf gegen Bankman-Fried letztlich auf klassischen Betrug: Kundengelder sollen zweckwidrig verwendet worden sein. Neben FTX kontrollierte er auch den Hedgefonds Alameda Research, der riskante Geschäfte einging und dafür Geld von FTX nutzte.

Für solche Kredite hätten eigentlich Sicherheiten hinterlegt werden müssen. Dafür existierten auch technische Kontrollmechanismen. Nach Darstellung der Anklage war in der Software jedoch eine verdeckte Sonderregel für Alameda eingebaut. Dadurch konnte der Hedgefonds bei FTX praktisch unbegrenzt ins Minus rutschen. Als mehrere Alameda-Positionen scheiterten, entstand laut Anklage ein Fehlbetrag in Milliardenhöhe.

Bankman-Fried weist diese Darstellung zurück. Seiner Ansicht nach litt FTX zwar unter einer akuten Liquiditätskrise, sei im Kern jedoch weiterhin solvent gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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