Urteil in Italien: Juwelier nach tödlichen Schüssen auf Räuber zu fast 15 Jahren Haft verurteilt
Ein italienischer Juwelier, der nach einem Überfall auf sein Geschäft zwei Täter erschossen hatte, ist rechtskräftig zu 14 Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Kassationshof in Rom bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz. Nach Auffassung der Richter lag keine Notwehr mehr vor.
Der heute 72-Jährige hatte im April 2021 in Grinzane Cavour im Norden Italiens auf drei Räuber geschossen. Die Männer hatten sein Geschäft überfallen und befanden sich mit der Beute bereits wieder draußen auf der Straße. Zwei von ihnen, 44 und 58 Jahre alt, wurden tödlich getroffen. Der dritte konnte zunächst entkommen, wurde später jedoch festgenommen.
Der Fall hatte landesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt. Im Zentrum stand die Frage, ob der Juwelier aus Selbstschutz handelte oder Selbstjustiz übte. Während er in erster Instanz noch zu 17 Jahren Haft verurteilt worden war, reduzierte ein Berufungsgericht das Strafmaß auf 14 Jahre und zehn Monate. Dieses Urteil ist nun endgültig.
Der Geschäftsinhaber hatte erklärt, er habe seiner Frau und seiner Tochter helfen wollen, die sich während des Überfalls ebenfalls im Laden befanden. Nach den Ermittlungen fielen die Schüsse allerdings erst, als die Täter gerade in ihr Fluchtfahrzeug einsteigen wollten.
Vor Gericht sagte der Juwelier in einer persönlichen Erklärung, er habe aus Angst gehandelt. Er habe geschossen, um sein eigenes Leben zu retten, nicht mit dem Ziel zu töten, sondern um nicht selbst getötet zu werden.
Bereits 2015 war der Mann Opfer eines Raubüberfalls geworden. Damals wurden Schmuck und Bargeld im Wert von insgesamt 270.000 Euro erbeutet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber