Bayern verpasst Sieg gegen Arsenal trotz engagiertem Auftritt
Mit dem nach einer Virusinfektion zurückgekehrten Cheftrainer Vincent Kompany hat der FC Bayern München im Duell mit dem FC Arsenal ein 2:2 (1:1) erreicht. In der ausverkauften Allianz Arena lieferten sich der deutsche Meister und der englische Champion über 90 Minuten eine intensive Partie. Für die Münchner war es das zweite Remis nacheinander in der Champions League.
Beinahe wäre Harry Kane zum entscheidenden Mann geworden. Der Stürmer verwandelte in der 61. Minute gegen seinen Jugendverein einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1. Doch Declan Rice sorgte in der Schlussphase noch für den Ausgleich der Gäste aus London (82.).
Nach dem Spiel sprach Kane von einem leistungsgerechten Ergebnis. „Wir hatten ein paar gute Momente, nur nicht genug davon, um das Spiel zu gewinnen“, sagte der Angreifer bei DAZN. In einer Phase nach der Pause habe Bayern die Partie entscheiden können, am Ende sei das Unentschieden aber „ein faires Resultat“. Tom Bischof bewertete das Remis dagegen als „eher enttäuschend“, weil aus seiner Sicht mehr als ein Punkt möglich gewesen wäre.
Zuvor hatte Alphonso Davies in der 35. Minute die Münchner wieder ins Spiel gebracht. Nach einem sehenswerten Zuspiel von Kane traf er zum 1:1, nachdem Eberechi Eze Arsenal bereits in der 25. Minute in Führung gebracht hatte. Dem Strafstoß zum 2:1 war ein Handspiel von Jurrien Timber vorausgegangen.
Angesichts der zweiten Halbzeit wäre für die Bayern vor 75.000 Zuschauern durchaus mehr drin gewesen. Mit mehr Entschlossenheit und Durchschlagskraft hätten die Gastgeber den Sieg holen können. Nach drei Spielen und fünf Punkten geraten die Münchner im Rennen um die Top 8 und den direkten Einzug ins Achtelfinale jedoch unter Zugzwang. In zwei Wochen wartet zudem das schwierige Auswärtsspiel bei Atlético Madrid. Arsenal liegt aktuell zwei Zähler vor den Bayern.
Kompany nach Infekt zurück an der Seitenlinie
Nachdem Kompany das Abschlusstraining am Dienstag wegen einer Virusinfektion verpasst hatte, war er am Spieltag wieder bei der Mannschaft. Der Belgier wollte beim Versuch der Revanche unbedingt dabei sein – elf Monate nach der 1:3-Niederlage gegen Arsenal in London.
Vor der Partie hatte Kompany betont, dass die Pleite aus dem Vorjahr zusätzliche Motivation liefere. Während des Spiels war seine Leidenschaft deutlich zu sehen: Einmal reagierte er so emotional, dass er in der Coaching-Zone eine Wasserflasche auf den Boden warf.
Mehrere Ausfälle zwingen Bayern zum Improvisieren
Bei der Aufstellung musste Kompany einige Probleme lösen. Gleich vier wichtige Spieler fehlten. Neben dem gesperrten Michael Olise standen auch Jamal Musiala, der nach einem Muskelfaserriss noch nicht wieder fit ist, sowie Joshua Kimmich wegen eines Trauerfalls in der engsten Familie nicht zur Verfügung. Hinzu kam, dass Linksaußen Luis Díaz nach seinen drei Toren beim 6:1 gegen RB Leipzig wegen muskulärer Beschwerden zunächst nur auf der Bank saß. Der Kolumbianer kam erst in der 68. Minute ins Spiel und musste später erneut ausgewechselt werden.
Die neu zusammengestellte Bayern-Elf brauchte etwas Zeit, um ins Spiel zu finden – besonders in der Offensive mit Alphonso Davies und Serge Gnabry auf den Flügeln. Auch das junge zentrale Mittelfeld mit Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof musste sich zunächst sortieren. Auf der Tribüne verfolgte Bundestrainer Jürgen Klopp die Partie aufmerksam.
Neuer erreicht nächsten Meilenstein
Manuel Neuer kehrte nach zwei Partien Pause wegen einer Fußreizung ins Tor zurück. Für den 40-Jährigen war es das 163. Spiel in der Champions League. Damit zog er in der Bestenliste mit Thomas Müller und Lionel Messi auf Rang drei gleich. Nur Cristiano Ronaldo mit 183 Einsätzen und Iker Casillas mit 177 Partien haben häufiger in der Königsklasse gespielt.
Neuer stellte allerdings klar, dass für ihn nur der Sieg zähle. Beim 0:1 war der Kapitän chancenlos: Eze, der für den früh verletzten Bukayo Saka ins Spiel gekommen war, traf nach einem starken langen Ball von Martin Ödegaard. Kurz nach der Pause verhinderte Neuer mit einer starken Parade gegen einen Kopfball von Bruno Guimaraes zunächst einen weiteren Rückstand (48.).
Bayern mit starken Phasen, Arsenal bleibt hartnäckig
Direkt danach bot sich den Münchnern die Chance auf die Führung. Ismael Saibari setzte sich kraftvoll durch, traf nach einem Konter über Gnabry jedoch nur das Außennetz. Schon vor der Pause hatte Bayern einen ähnlichen Angriff nicht nutzen können: Nach einem weiten Abschlag von Kane auf Davies leitete Saibari auf Gnabry weiter, dessen Abschluss aber zu unplatziert geriet (21.).
Nach dem Seitenwechsel entwickelte Bayern seine beste Phase. Zunächst scheiterte Dayot Upamecano per Kopf an Arsenals Torhüter David Raya (49.), wenig später machte es Kane besser. Mit seinem verwandelten Strafstoß traf der Engländer im zehnten Champions-League-Spiel in Folge. Eine längere Serie auf Europas größter Klub-Bühne gelang bislang nur Cristiano Ronaldo.
Arsenal gab sich jedoch nicht geschlagen. Zwar hielten die Münchner dem Druck der Gäste zunächst stand, doch in der 82. Minute fiel doch noch der Ausgleich. Viktor Gyökeres legte für Rice auf, der Neuer mit einem Rechtsschuss aus spitzem Winkel überwinden konnte.
Zusätzlich zum späten Gegentor gab es für Kompany noch einen weiteren bitteren Moment: Luis Díaz musste angeschlagen wieder vom Feld. Schon vor dem Anpfiff war der Offensivspieler nicht vollständig fit gewesen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber