Politik

Ärzte verraten: Papst-Krebs streut nicht

Aufatmen im Vatikan: Ärzte geben bei Papst Leo XIV. Entwarnung – warum nach der OP keine weitere Therapie nötig ist

21.10.2026, 21:23 Uhr

Der bei Papst Leo XIV. festgestellte Lungenkrebs hat sich nach Angaben seiner Ärzte nicht im Körper ausgebreitet. Untersuchungen des bei der Operation entfernten Lungengewebes bestätigten, dass die Erkrankung auf einen begrenzten Bereich beschränkt war, teilten die behandelnden Mediziner in der Gemelli-Klinik in Rom mit. Nach einer onkologischen Beurteilung ist keine zusätzliche Krebstherapie erforderlich.

Endgültige Befunde liegen vor

Wie die Ärzte Luigi Carbone und Stefano Margaritora mitteilten, sind inzwischen die endgültigen histologischen Befunde sowie molekularbiologische Untersuchungen des während des Eingriffs entnommenen Gewebes ausgewertet und dokumentiert worden. Demnach handelte es sich um ein Lungenadenokarzinom, also die häufigste Form von Lungenkrebs. Zugleich bestätigten die Ergebnisse, dass der Tumor lokal begrenzt war.

Zuletzt war noch unklar gewesen, ob der Papst nach dem rund 90 Minuten dauernden Eingriff krebsfrei ist. Entsprechend groß war unter vielen Katholiken weltweit die Sorge, die Krankheit könnte bereits gestreut haben. Mit den nun vorliegenden Befunden sehen die Ärzte keine Notwendigkeit für eine weitere Behandlung.

Experten hatten bereits zuvor erklärt, dass Leo im günstigsten Fall nach der Operation bereits geheilt sein könnte, sofern der Krebs nicht gestreut hat. Dann wäre vor allem Nachsorge erforderlich. Auch der Verlust eines Lungenlappens gilt medizinisch nicht automatisch als gravierend: Fachleuten zufolge kann der Wegfall eines von fünf Lappen mit einem Leistungsverlust der Lunge von etwa 10 bis 20 Prozent einhergehen, was im Alltag oft kaum spürbar sei.

Unterer rechter Lungenlappen entfernt

Dem 71-jährigen Pontifex war am Dienstag vergangener Woche der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt worden, in dem sich der bösartige Tumor befand. Bereits am Samstag konnte Leo die Klinik im Nordwesten Roms nach wenigen Tagen wieder verlassen.

Schon einen Tag später trat er wieder öffentlich auf: Beim traditionellen Angelus-Gebet sprach er vor Zehntausenden Gläubigen aus aller Welt vom Fenster des Apostolischen Palastes.

Knoten in der Lunge zuvor selbst öffentlich gemacht

Vor anderthalb Wochen hatte Leo beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz überraschend bekanntgegeben, dass bei ihm ein „Knoten in der Lunge“ entdeckt worden sei. Mit dieser Mitteilung ging der Papst ungewöhnlich offen mit seiner Erkrankung um. Der Vatikan hatte den Gesundheitszustand von Päpsten früher oft streng unter Verschluss gehalten.

Zunächst blieb offen, ob es sich um gutartiges Gewebe, eine Krebsvorstufe oder einen bösartigen Tumor handelte. Die Ergebnisse der Gewebeuntersuchung waren daher mit besonderer Spannung erwartet worden.

Große Südamerika-Reise Anfang November wieder im Fokus

Für den Papst steht in den kommenden Tagen und Wochen ein dichtes Terminprogramm an. Besonders im Blick steht eine für Anfang November geplante, fast zweiwöchige Reise nach Südamerika mit Stationen in Uruguay, Argentinien und Peru, die zeitweise auf der Kippe stand. Einer seiner behandelnden Ärzte hatte zuletzt jedoch bereits erklärt, aus medizinischer Sicht spreche nichts gegen die Reise. Nach den nun veröffentlichten Untersuchungsergebnissen dürfte dem Besuch nichts mehr im Wege stehen.

Offen bleibt allerdings, ob das anspruchsvolle Programm noch an den Gesundheitszustand des Papstes angepasst wird. Nach dem langen Flug von Rom nach Südamerika ist unter anderem ein Besuch der peruanischen Andenstadt Cusco auf 3.400 Metern Höhe geplant. Einige Ärzte sehen das wegen möglicher Atemprobleme kritisch, zumal große Höhe gerade für Menschen mit Lungenerkrankungen belastend sein kann. Hinzu kommt, dass Besucher dort auch über Höhenkrankheit klagen.

Verhältnismäßig junger Papst

Mit 71 Jahren gilt Leo XIV. als vergleichsweise junger Papst. Der mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost geborene US-Amerikaner war vor rund eineinhalb Jahren gewählt worden. Viele Beobachter gingen damals davon aus, dass er die katholische Kirche über einen längeren Zeitraum prägen könnte.

Seit seinem Amtsantritt sorgte Leo unter anderem mit einer Enzyklika zum Thema Künstliche Intelligenz für Aufmerksamkeit. International machten zudem Auseinandersetzungen mit US-Präsident Donald Trump Schlagzeilen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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