Wirtschaft

Darum stirbt die SMS

Kaum zu glauben: Die einst allmächtige SMS verschwindet rasant. Warum der Handy-Klassiker heute fast niemanden mehr interessiert.

24.05.2026, 05:15 Uhr

SMS in Deutschland brechen stark ein

Die klassische SMS verliert in Deutschland rasant weiter an Bedeutung. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden im vergangenen Jahr nur noch 2,9 Milliarden Kurznachrichten versendet. Im Jahr davor waren es noch 5,2 Milliarden. Damit hat sich das Volumen innerhalb eines Jahres nahezu halbiert. Je aktiver SIM-Karte entsprach das im Schnitt nur noch rund zwei SMS pro Monat.

Schon seit Jahren geht die Nutzung zurück, weil viele Menschen stattdessen auf Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal, Threema oder Facebook Messenger setzen. Daran ändert auch wenig, dass SMS heute meist ohne Zusatzkosten in Mobilfunktarifen enthalten sind.

Rückgang war lange überschaubar – jetzt deutlich stärker

In den Jahren zuvor war der Abwärtstrend noch vergleichsweise moderat. Laut Bundesnetzagentur wurden 2022 etwa 5,8 Milliarden, 2023 rund 5,3 Milliarden und 2024 noch 5,2 Milliarden SMS verschickt. Nun ist der Rückgang deutlich schärfer ausgefallen.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass viele Banken und Unternehmen SMS zur Verifizierung ihrer Kundinnen und Kunden zunehmend abgeschafft haben. Stattdessen kommen häufiger Apps und andere Sicherheitsverfahren zum Einsatz. Zum Vergleich: Den Höchststand erreichte die SMS im Jahr 2012 mit 59,8 Milliarden Nachrichten – also etwa zwanzigmal so viel wie zuletzt.

Vodafone sieht Trend bestätigt

Auch Vodafone meldet einen klaren Rückgang im eigenen Netz. Deutschland-Chef Marcel de Groot erklärte, die SMS spiele im Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle. Vor allem jüngere Menschen kommunizierten längst über Messenger. Zudem wechselten Banken und Online-Dienste immer häufiger zu moderneren Authentifizierungswegen. Das führe zu mehr Datenverkehr, aber zu immer weniger SMS. Aus Sicht des Unternehmens wird sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen.

Auch Festnetz und klassische Telefonate verlieren

Nicht nur die SMS-Nutzung geht zurück, auch traditionelle Telefongespräche werden seltener. Nach Daten der Bundesnetzagentur summierte sich das Festnetz-Telefonieren im vergangenen Jahr auf 47 Milliarden Gesprächsminuten. Das waren 10 Milliarden Minuten weniger als im Vorjahr. Bereits zuvor hatte es einen Rückgang gegeben, damals allerdings nur um 7 Milliarden Minuten.

Auch im Mobilfunk wurde weniger klassisch telefoniert: Die Gesprächsminuten sanken 2025 um 16 Milliarden auf 132 Milliarden. Viele Menschen greifen stattdessen lieber zu Audio- und Videoanrufen über Internetdienste wie WhatsApp und ähnliche Angebote.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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