Wirtschaft

Bundesbank sieht plötzlichen Jahresendspurt nach Flaute

Deutschlands Wirtschaft stolpert plötzlich – doch die Bundesbank sieht schon fürs nächste Quartal überraschend neue Hoffnung.

21.10.2026, 12:00 Uhr

Die Bundesbank rechnet nach der Flaute im Sommer mit einer Belebung der deutschen Wirtschaft zum Jahresende. In ihrem Oktober-Monatsbericht schreibt die Notenbank, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal wieder deutlich zulegen dürfte. Gleichzeitig macht sie klar, dass die weitere Erholung auch von der Entwicklung des Krieges im Nahen Osten abhängt.

Für das dritte Quartal 2026 gehen die Ökonomen der Bundesbank inzwischen nicht mehr von einem, wenn auch nur leichten, Wachstum des Bruttoinlandsprodukts aus. Nach dem positiven ersten Halbjahr sei die wirtschaftliche Erholung damit vorerst ins Stocken geraten.

Niedrige Wasserstände bremsen die Industrie

Als Hauptgrund nennt die Bundesbank vorübergehende Belastungen. Besonders das Niedrigwasser am Rhein habe die Lieferketten der Industrie beeinträchtigt. Zudem habe sich der Außenhandel zu Beginn der zweiten Jahreshälfte merklich schwächer entwickelt. Die eingeschränkte Binnenschifffahrt infolge der niedrigen Pegelstände dürfte demnach auch den Warenverkehr über europäische Häfen weiter belasten.

Inflation dämpft den Konsum

Auch die Verbraucher halten sich wegen der stark gestiegenen Preise zurück. Vor allem die hohen Energiekosten setzen privaten Haushalten zu. Hinzu kommt, dass der Tankrabatt Ende Juni nach nur zwei Monaten ausgelaufen war. Nach Einschätzung der Bundesbank kamen vom privaten Konsum im dritten Quartal daher kaum Wachstumsimpulse.

Zugleich dürfte die Inflation vorerst hoch bleiben. Selbst mit der befristeten Rückkehr des Tankrabatts von Oktober bis Dezember werde Energie weiterhin sehr teuer bleiben, so die Einschätzung der Notenbank.

Tankrabatt
Hohe Energiepreise treiben die Teuerungsrate. (Archivbild) Quelle: Sina Schuldt/dpa

Eine erste offizielle Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts von Juli bis September will das Statistische Bundesamt am 30. Oktober veröffentlichen. In den ersten beiden Quartalen 2026 war die deutsche Wirtschaft noch um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gewachsen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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