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So hart trifft die Alterung Stadt und Land

Boomer gehen, Fachkräfte fehlen: Vor allem auf dem Land wird es eng. Eine neue Studie enthüllt, wie stark Stadt und Land driften.

21.10.2026, 12:02 Uhr

Studie: Regionen abseits der Metropolen stehen vor stärkerem Fachkräfteverlust

Mit dem Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand drohen vor allem ländlichen Gebieten und Regionen außerhalb der großen Städte spürbare Lücken auf dem Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden. Demnach trifft die Alterung der Bevölkerung Städte und ländliche Räume sehr unterschiedlich.

Grundlage der Auswertung sind Daten des Mikrozensus 2025. Verglichen wurden kreisfreie Großstädte, städtisch geprägte Kreise im Umland größerer Städte sowie ländliche Kreise. Während in den Großstädten die 25- bis 34-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe bilden, dominieren außerhalb der Metropolen die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre.

Deutliche Unterschiede beim Migrationshintergrund

Besonders groß sind laut Studie die Unterschiede zwischen Stadt und Land beim Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund. In Großstädten machen sie rund 41 Prozent der Bevölkerung aus, in ländlichen Kreisen dagegen nur 20 Prozent. Die städtischen Kreise liegen zwischen diesen Werten.

Noch klarer zeigt sich das bei den Jüngeren: In den Großstädten hat mehr als die Hälfte der unter 18-Jährigen einen Migrationshintergrund, in ländlichen Regionen ist es nicht einmal ein Drittel.

Einkommen in Stadt und Land ähnlich

Beim Einkommen fallen die Unterschiede dagegen vergleichsweise gering aus. Nach Angaben der Forschenden verfügen sowohl in Großstädten als auch in städtischen Kreisen jeweils 51 Prozent der Menschen über ein Nettoeinkommen oberhalb des bundesweiten Medians von 1.889 Euro im Monat. In ländlichen Kreisen liegt dieser Anteil bei 48 Prozent.

Der Median bezeichnet dabei den Wert, bei dem gleich viele Menschen mehr wie weniger Einkommen haben.

BiB sieht ungenutztes Potenzial bei Frauen in Teilzeit

BiB-Direktorin Katharina Spieß betonte, von einem wirtschaftlich „abgehängten Land“ könne mit Blick auf die Einkommen keine Rede sein. Unterschiede zeigten sich vielmehr in den Lebens- und Arbeitsformen.

So heiraten Frauen außerhalb der Großstädte den Angaben zufolge im Schnitt früher, leben öfter mit Kindern zusammen und arbeiten häufiger in Teilzeit. Gerade in den Regionen, in denen die Babyboomer dem Arbeitsmarkt bald besonders stark fehlen werden, sieht Spieß deshalb zusätzliche Beschäftigungspotenziale bei Frauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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