Fußball

Undav trifft wieder – und der VfB hebt plötzlich ab

Acht Spiele ohne Treffer – dann erlöst sich Undav in Bratislava und verrät danach, was wirklich hinter seiner Lage steckt.

15.10.2026, 13:19 Uhr

Undav beendet Torflaute und gibt dem VfB neuen Schwung

Um Deniz Undav ist die Aufmerksamkeit meist besonders groß. Umso zurückhaltender fiel seine Reaktion aus, nachdem er beim 3:0 des VfB Stuttgart in der Champions League bei Slovan Bratislava endlich wieder getroffen hatte. Nach dem Spiel sagte der Nationalstürmer bei DAZN, er sei gelassen geblieben. Er habe die Diskussionen natürlich wahrgenommen, sei aber sicher gewesen, dass sein Treffer früher oder später kommen würde.

Mit dem 1:0 per linkem Fuß setzte der 30-Jährige ein wichtiges Zeichen und dürfte die Debatten um seine Person zunächst beruhigt haben. Auf eine Abrechnung mit Kritikern verzichtete der Stuttgarter Kapitän jedoch. Er betonte, dass die Erwartungen nach seiner starken Vorsaison entsprechend hoch seien und viele offenbar davon ausgingen, dass er nahezu in jedem Spiel treffen müsse.

Auch mit Blick auf die Nationalmannschaft wichtig

Für Undav geht es derzeit nicht nur um seine Rolle beim VfB, sondern auch um eine mögliche Rückkehr ins Nationalteam. Unter Bundestrainer Jürgen Klopp war er zuletzt nicht Teil des erweiterten Kaders. Mit seinem ersten Pflichtspieltor im achten Einsatz der Saison und einer insgesamt ansprechenden Vorstellung konnte er nun wieder Argumente für sich sammeln.

VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zeigte sich mit Undavs Auftritt zufrieden. Er hob hervor, wie viel Arbeit der Angreifer in der Offensive investiert und wie wichtig er bei der Entstehung von Angriffen und Chancen sei. Die bislang magere Torausbeute wollte Wohlgemuth nicht dramatisieren. Von einer echten Krise könne keine Rede sein, vielmehr gebe es bei Stürmern immer wieder Phasen ohne Treffer. An Undavs Qualität gebe es für ihn weiterhin keinen Zweifel.

Fabian Wohlgemuth
Durfte zufrieden sein: Der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. (Archivbild) Quelle: Swen Pförtner/dpa

Hoeneß lobt, wünscht sich aber mitunter mehr Abschlussdrang

Auch Trainer Sebastian Hoeneß bewertete die Leistung seines Stürmers positiv. Das Führungstor in der 29. Minute sei ein entscheidender Moment der Partie gewesen. Zugleich erklärte der Coach, dass Undav in manchen Situationen sogar noch egoistischer sein dürfe. Seine große Stärke sei jedoch sein Blick für die Mitspieler. Die weiteren Tore für Stuttgart erzielten Sandro Cruz mit einem Eigentor in der 65. Minute sowie Ermedin Demirovic kurz vor Schluss.

Der Aufwärtstrend bei Undav passt zur Entwicklung der gesamten Mannschaft. Die Stuttgarter präsentierten sich in Bratislava insgesamt als das bessere Team und erspielten sich deutlich mehr Möglichkeiten, auch wenn sie einige heikle Szenen überstehen mussten. Der holprige Rasen, den Undav später scharf kritisierte, änderte nichts daran, dass der VfB über weite Strecken die Kontrolle hatte. Wie schon beim 2:0 in der Liga in Paderborn blieb Stuttgart erneut ohne Gegentor.

Kurze Schwächephase nach der Pause

Ganz ohne Wackler verlief die Partie allerdings nicht. Vor allem direkt nach dem Seitenwechsel geriet der VfB für rund 15 Minuten unter Druck. Wohlgemuth sprach in diesem Zusammenhang von "Paderborn-Vibes". In dieser Phase hätte Stuttgart beinahe den Ausgleich kassiert, zudem fehlte zeitweise die defensive Ordnung. Die Slowaken kamen zu gefährlichen Aktionen, darunter ein Treffer aus Abseitsposition und ein Schuss an die Latte.

Trotz des klaren Ergebnisses sieht Wohlgemuth auch in der Offensive noch Luft nach oben. Zwar habe seine Mannschaft Chancen konsequenter herausgespielt als zuletzt, bei der Verwertung sei aber noch mehr möglich gewesen. In manchen Situationen hätte sich der VfB das Leben leichter machen können. Insgesamt befinde sich das Team weiter auf dem Weg zu mehr Stabilität.

In der Bundesliga noch Luft nach oben, international perfekt gestartet

In der Bundesliga hinken die Schwaben den eigenen Ansprüchen bislang etwas hinterher. Vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim HSV rangiert der VfB mit sechs Punkten nur auf Platz elf. International läuft es dagegen deutlich besser: Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Champions-League-Partien ist der Start optimal gelungen. Auf die Frage, wie er die Lage in der Königsklasse bewerte, antwortete Wohlgemuth mit einem Grinsen: "Wir stehen vor Liverpool."

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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