Wirtschaft

Auftragsboom in Elektrobranche – Hoffnung kehrt zurück

Auftragsplus und neue Zuversicht in der Elektrobranche – doch ein heikler Risikofaktor lässt die Erholung plötzlich wackeln.

11.08.2026, 09:13 Uhr

Deutsche Elektro- und Digitalindustrie mit Auftragsplus im ersten Halbjahr

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat die ersten sechs Monate des Jahres mit einem deutlichen Zuwachs bei den Bestellungen beendet und blickt wieder zuversichtlicher auf den weiteren Verlauf. Nach Angaben des Branchenverbands ZVEI stiegen die Aufträge bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent.

Auch bei der Produktion gab es Bewegung nach vorn: In den ersten sechs Monaten legte sie um 0,7 Prozent zu. Damit erscheint das Ziel für das Gesamtjahr, preisbereinigt ein Wachstum von 2 Prozent zu erreichen, wieder realistischer. Zugleich hat sich die Stimmung in den Unternehmen verbessert. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate fielen in der jüngsten Umfrage spürbar positiver aus.

Die zusätzlichen Bestellungen kamen im ersten Halbjahr nahezu zu gleichen Teilen aus dem In- und Ausland. Im Inland lag das Plus bei 9,7 Prozent, aus dem Ausland kamen 9,4 Prozent mehr Aufträge.

Juni: Plus nur dank starkem Inlandsgeschäft

Im Juni fiel der Auftragsanstieg mit 13,3 Prozent zwar besonders kräftig aus, er wurde jedoch ausschließlich vom Inland getragen. Dort schnellten die Bestellungen gegenüber dem Vorjahresmonat um außergewöhnliche 60,7 Prozent nach oben. ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann zufolge waren vor allem Großaufträge aus der Informations- und Kommunikationstechnik dafür verantwortlich. Die Auslandsnachfrage entwickelte sich dagegen schwächer und sank im Juni um 11,3 Prozent.

Mit Sorge blickt die Branche, in der rund 865.000 Menschen beschäftigt sind, auf die Lage am Persischen Golf. Wegen des Kriegs mit Iran seien die Befürchtungen über mögliche Engpässe bei Materialien wieder deutlich gewachsen, erklärte Gontermann. Inzwischen sehen sich 29 Prozent der Unternehmen davon betroffen, drei Monate zuvor waren es noch 19 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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