Der ADAC wird die ursprünglich für den 1. Januar vorgesehene Anhebung seiner Mitgliedsbeiträge vorerst nicht umsetzen. Wie eine Sprecherin erklärte, fehlt dem Club noch eine verbindliche Auskunft des Bundeszentralamts für Steuern. Da diese länger auf sich warten lasse als erwartet und der ADAC seine Mitglieder mindestens drei Monate vorab informieren wolle, werde die Beitragserhöhung verschoben. Nach aktuellem Stand soll sie voraussichtlich im ersten Halbjahr in Kraft treten.
Bereits auf der Hauptversammlung im Mai war die Erhöhung nur unter Vorbehalt beschlossen worden. Hintergrund ist, dass die steuerliche Auskunft benötigt wird, damit die neuen Beiträge rechtlich abgesichert eingeführt werden können.
Zeitpunkt der Rechnung ist entscheidend
Ob Mitglieder von der Verzögerung profitieren, hängt davon ab, wann ihr Beitrag abgerechnet wird. In der Regel erfolgt die Rechnung in dem Monat, in dem der Beitritt zum ADAC stattgefunden hat. Wer also beispielsweise im Januar Mitglied wurde, dürfte in diesem Jahr zunächst noch vom alten Beitrag profitieren. Sollte sich die Auskunft der Behörde weiter verzögern, könnte sich die Erhöhung wegen der geplanten Vorlaufzeit von drei Monaten noch weiter nach hinten verschieben.
Für den ADAC mit zuletzt 22,7 Millionen Mitgliedern bedeutet die spätere Anpassung zunächst geringere Einnahmen als kalkuliert. Allerdings werden viele Beiträge erst im Sommer fällig, sodass die finanziellen Auswirkungen begrenzt bleiben dürften.
Die Mitgliedsbeiträge sollen damit nach mehreren Jahren erstmals wieder steigen; die letzte Anpassung gab es 2020. Je nach Mitgliedschaftsmodell sollen Einzelmitglieder laut ADAC künftig 10 bis 35 Euro mehr pro Jahr zahlen. Bei Tarifen für mehrere Personen kann der Aufschlag noch höher ausfallen. Bislang kostet eine Einzelmitgliedschaft zwischen 54 und 139 Euro jährlich. Als Begründung verweist der Verkehrsclub auf gestiegene Kosten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber