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Wieder bis 38 Grad – und dann drohen auch noch Unwetter

Erst Gluthitze bis 38 Grad, dann drohen Unwetter: Gewitter, Hagel und Sturmböen rollen über Deutschland.

04.08.2026, 03:01 Uhr

Deutschland steht am Dienstag erneut ein extrem heißer und schwüler Tag mit teils schweren Gewittern bevor. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steigen die Temperaturen verbreitet auf 30 bis 38 Grad, lokal sind von Südhessen bis Mainfranken bis zu 39 Grad möglich. Im Norden werden 27 bis 32 Grad erwartet, an den Küsten bleibt es mit 25 bis 30 Grad etwas erträglicher.

Während viele Regionen noch unter der Hitze leiden, haben unwetterartige Gewitter in einigen Teilen des Landes bereits Schäden angerichtet. Umgestürzte Bäume, beschädigte Oberleitungen und kurzzeitige Stromausfälle wurden gemeldet. Zunächst waren vor allem Nord- und Ostdeutschland betroffen, im weiteren Tagesverlauf rechnet der DWD nun besonders im Westen und Südwesten mit neuen kräftigen Gewittern.

Erste Gewitter schon am Morgen, später neue Unwettergefahr

Bereits am Morgen können im Nordosten und Osten Schauer und Gewitter auftreten. In vielen anderen Regionen startet der Tag zunächst noch freundlich, ehe sich im Tagesverlauf Quellwolken bilden. Vor allem am Nachmittag und Abend sind dann kräftige Gewitter möglich.

Besonders im Westen und Südwesten, ausgehend etwa vom Schwarzwald, können sich laut DWD einzelne Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotenzial entwickeln. Als Hauptgefahr gilt heftiger Starkregen, der lokal zu Überschwemmungen führen kann. Hinzu kommen Hagel sowie schwere Sturm- bis orkanartige Böen. Am Abend können zudem aus dem Südwesten weitere Gewitter nachrücken.

Sieben Verletzte nach Baumsturz in Hamburg

In Hamburg stürzte am frühen Vormittag bei einem Gewitter ein Baum auf ein Auto, in dem sieben Menschen saßen. Nach Feuerwehrangaben mussten vier Erwachsene und drei Kinder aus dem Wagen befreit werden. Eine Person erlitt mittelschwere Verletzungen, die übrigen sechs wurden leicht verletzt. Ein Feuerwehrmann sagte, die Großfamilie habe „sehr, sehr viel Glück“ gehabt, weil das Fahrzeug im Wesentlichen unter der Baumkrone eingeschlossen worden sei.

Störungen bei der Bahn in Nordrhein-Westfalen

Auch in Nordrhein-Westfalen sorgten die Unwetter bereits in der Nacht für Probleme im Bahnverkehr. Bei Schwelm mussten Reisende in einem ICE mehr als vier Stunden ausharren, nachdem ein Baum auf die Oberleitung gestürzt war. Nachdem der Baum entfernt worden war, wurde der Zug mit Hilfe einer Diesellok über den inzwischen stromlosen Streckenabschnitt gezogen und konnte anschließend weiterfahren.

Zudem mussten 53 Menschen aus einer S-Bahn zwischen Witten und Dortmund evakuiert werden, nachdem der Zug mit einem umgestürzten Baum kollidiert war. Der Baum war durch das Unwetter auf die Gleise gefallen und hatte auch die Oberleitungen beschädigt.

Weiterhin gesperrt ist die Strecke zwischen Mönchengladbach und Aachen. Dort waren am Montagabend zwischen Rheydt und Lindern Bäume auf die Gleise gestürzt und hatten einen Oberleitungsschaden verursacht. Zwei Regionalzüge mussten anhalten, die Fahrgäste konnten die Züge mit Unterstützung von Rettungskräften verlassen und ihre Fahrt anschließend mit Bussen fortsetzen. Nach Angaben eines Bahnsprechers dürfte die Sperrung voraussichtlich noch bis Mittwochabend andauern.

Schwere Schäden im Weimarer Land – eher Downburst als Tornado

Im südlichen Weimarer Land richtete ein Unwetter am Abend bei Blankenhain erhebliche Schäden an. Nach Angaben der Rettungsleitstelle stürzten Bäume um, Dächer wurden abgedeckt und Zufahrtsstraßen blockiert. Außerdem wurde das Dach einer Reithalle teilweise zerstört, ein Spielplatz verwüstet und die Stromversorgung wegen gekappter Leitungen kurzzeitig unterbrochen.

Auslöser war laut DWD eine sogenannte Superzelle, die über den Ort Thangelstedt zog. Der Deutsche Wetterdienst und der Tornadoexpertenverbund Torex gehen derzeit allerdings eher davon aus, dass es sich um einen Downburst, also extreme Fallböen, gehandelt hat. Nach Angaben von DWD-Meteorologe Felix Dietzsch sprechen dafür unter anderem die nur wenig günstigen Bedingungen für Tornados sowie fehlende Hinweise in den Radarbildern. Eine endgültige Bestätigung steht aber noch aus.

Ab Mittwoch etwas Entlastung in Sicht

Nach dem sehr heißen Dienstag mit teils kräftigen Gewittern ist ab Mittwoch etwas Linderung zu erwarten. Laut Meteorologe Felix Dietzsch gehen die Temperaturen dann etwas zurück. Am Donnerstag werden nur noch etwa vom Oberrhein bis in die Lausitz die 30 Grad erreicht. Nördlich und südlich davon liegen die Werte meist zwischen 22 und 27 Grad. Auch die Nächte sollen dann wieder deutlich angenehmer werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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