Wetter

Bodensee so leer wie nie in diesem Jahr

Bodensee auf Rekord-Tief: In Konstanz wurden nur 275 Zentimeter gemessen. Warum der Pegel weiter fallen könnte.

14.08.2026, 12:44 Uhr

Nach einer langen Phase mit Trockenheit und hohen Temperaturen ist der Pegel des Bodensees auf den niedrigsten Stand dieses Jahres gefallen. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) tritt ein solcher Jahrestiefstand üblicherweise erst im Februar oder März auf. Ursache sind vor allem fehlende Niederschläge, starke Verdunstung durch die Hitze sowie zu geringe Schneemengen in den Alpen, wodurch nun wichtiges Schmelzwasser ausbleibt.

Bereits seit Ende November 2025 ist es in Baden-Württemberg nach LUBW-Angaben deutlich zu trocken. Auch im alpinen Einzugsgebiet des Bodensees habe es zu wenig geregnet und geschneit. Deshalb führten die Zuflüsse des Sees, besonders der Alpenrhein, teils extrem wenig Wasser. LUBW-Präsident Ulrich Maurer erklärte, diese Entwicklung sei inzwischen auch am Bodensee klar erkennbar.

Rekordtief für einen 13. August

Am Pegel Konstanz wurden am Donnerstag 275 Zentimeter gemessen. Damit liegt der Wasserstand laut LUBW klar unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau. Zugleich handelt es sich um den niedrigsten jemals an einem 13. August registrierten Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 1850.

Der bisherige Jahrestiefstand war erst am 9. Februar mit 276 Zentimetern erfasst worden. Der niedrigste Wert der gesamten Messreihe stammt aus dem Zeitraum Ende Februar bis Anfang März 1858, als der Pegel über mehrere Tage bei 226 Zentimetern lag.

Weiter sinkende Pegel erwartet

Nach Einschätzung der Experten dürfte der aktuelle Tiefstand noch nicht das Ende der Entwicklung sein. Die LUBW rechnet mit einem weiteren Rückgang des Wasserstands. An heißen Sommertagen könne allein durch Verdunstung Wasser im Umfang von bis zu 30 Kubikmetern pro Sekunde verloren gehen. Das entspreche ungefähr dem Volumen eines Tanklastwagens in jeder Sekunde. Normalerweise werde dieser Verlust durch die Zuflüsse ausgeglichen, doch das sei in diesem Jahr bislang nicht ausreichend der Fall.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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