Stars

Alphaville-Sänger schlägt Alarm wegen «Beschneidung»

Festival-Eklat um Alphaville: Marian Gold rechnet gnadenlos ab – und warnt eindringlich vor dem Rechtsruck.

05.09.2026, 10:22 Uhr

Im Konflikt um die zunächst zurückgezogene und später erneuerte Einladung von Alphaville zum Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring verschärft Sänger Marian Gold seine Kritik. Zugleich äußerte er sich besorgt über den zunehmenden Einfluss rechtsradikaler Strömungen in Deutschland. Dem "Spiegel" sagte Gold, der Versuch der Veranstalter, politische Aussagen von Künstlern auszuklammern, komme einer Einschränkung gleich. Veranstalter könnten nicht einfach Aspekte einer Band ausblenden, nur weil ihnen diese nicht zusagten.

Alphaville war ursprünglich für einen Auftritt an diesem Wochenende bei dem Großfestival eingeplant. Die Organisatoren hatten jedoch betont, ihre Veranstaltung solle keine Bühne für politische Statements sein. Weil sich die Band bei einem früheren Konzert mehrfach politisch positioniert hatte, wurde sie zunächst ausgeladen. Später folgte zwar eine erneute Einladung samt Entschuldigung, doch Alphaville entschied sich am Ende gegen einen Auftritt.

Künstler zeigen Haltung

Am ersten Festivaltag am Freitag solidarisierten sich mehrere Acts mit der Band beziehungsweise mit der Freiheit politischer Meinungsäußerung. Auch für den zweiten Veranstaltungstag wurden weitere ähnliche Wortmeldungen erwartet. Auf dem Programm stehen unter anderem Culcha Candela sowie DJ Felix Jaehn.

Gold sieht in der aufgeheizten Debatte dennoch einen möglichen positiven Effekt. Der 72-Jährige sagte, die große mediale Aufmerksamkeit rund um den Streit könne dazu beigetragen haben, die öffentliche Diskussion darüber anzustoßen, welchen Weg Deutschland künftig einschlagen solle. Im besten Fall habe der Konflikt viele Menschen wachgerüttelt.

Glücksgefühle-Festival
Alphaville hätte an diesem Wochenende bei dem Festival auftreten sollen, einem der größten Musikfestivals in Deutschland. Quelle: Uwe Anspach/dpa

Warnung vor Demokratiefeinden

Nach Ansicht des Sängers sei es dringend notwendig, sich entschieden gegen demokratiefeindliche und rechtsradikale Bewegungen zu stellen, die zunehmend an Einfluss gewännen. Kritisch werde es aus seiner Sicht spätestens dann, wenn solche Kräfte durch Wahlen in politische Ämter gelangten und begännen, im Grundgesetz verankerte Rechte einzuschränken oder abzuschaffen. Sollte ihnen das gelingen, drohten dem Land düstere Zeiten, warnte Gold.

Hinter dem Glücksgefühle-Festival stehen der frühere Fußballprofi Lukas Podolski und der Eventmanager Markus Krampe. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen