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Stars, Skandale und Streit in Venedig

Pattinson, Oasis, Herzog – und schon vor Start knallt’s in Venedig: Stars, Zoff und brisante Themen beim Filmfestival.

01.09.2026, 07:00 Uhr

Hochkarätiges Programm in Venedig: Stars, Politik und große Premieren auf dem Lido

Die 83. Filmfestspiele von Venedig versammeln vom 2. bis 12. September erneut zahlreiche internationale Filmgrößen auf dem Lido. Erwartet werden unter anderem Robert Pattinson, Penélope Cruz, Javier Bardem sowie Regisseur Werner Herzog mit einem neuen Spielfilm. Neben viel Starpower dürfte auch diesmal die politische Dimension des Festivals eine wichtige Rolle spielen.

Kurz vor Beginn wurde noch ein Film über den Gaza-Krieg in den Wettbewerb aufgenommen. Zudem sorgte die zunächst abgesagte und nach Protesten wieder angesetzte Eröffnungs-Pressekonferenz der Jury bereits im Vorfeld für Diskussionen.

Robert Pattinson übernimmt kontroverse Hauptrolle

Zu den meistbeachteten Titeln im Wettbewerb zählt „Primetime“ von Lance Oppenheim. Darin spielt Robert Pattinson den US-TV-Journalisten Chris Hansen, der durch das umstrittene Format „To Catch a Predator“ bekannt wurde. In der Sendung wurden mutmaßliche Sexualstraftäter mit versteckter Kamera konfrontiert und öffentlich vorgeführt.

Das Interesse an dem Film ist bereits groß. Für Pattinson, der in diesem Jahr in mehreren neuen Produktionen zu sehen ist, könnte die Rolle auch mit Blick auf Festivalpreise bedeutsam werden.

Oppenheim, Jahrgang 1996, legt mit „Primetime“ seinen ersten Spielfilm vor. Er konkurriert mit 20 weiteren Filmen um den Goldenen Löwen. Im vergangenen Jahr hatte Jim Jarmusch mit „Father Mother Sister Brother“ gewonnen.

Penélope Cruz und Javier Bardem als Ehepaar in „Bunker“

Auch Penélope Cruz und Javier Bardem reisen mit einem Wettbewerbsfilm nach Venedig. In Florian Zellers „Bunker“ verkörpern sie ein Ehepaar, dessen Beziehung durch ein ungewöhnliches Bauprojekt auf die Probe gestellt wird.

Werner Herzog
Werner Herzog wurde vergangenes Jahr mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. (Archivbild) Quelle: Alessandra Tarantino/Invision/AP/dpa

Bardem spielt einen Architekten, der von einem Tech-Milliardär engagiert wird, einen unterirdischen Schutzraum zu entwerfen. Für seine Frau, gespielt von Cruz, wird dieses Vorhaben zum Auslöser, gemeinsame Überzeugungen und schließlich die Ehe selbst infrage zu stellen.

Zeller hatte bereits 2021 mit „The Father“ einen Oscar-Erfolg erzielt.

Oasis-Doku sorgt abseits des Wettbewerbs für Aufmerksamkeit

Außer Konkurrenz dürfte vor allem eine Dokumentation über Liam und Noel Gallagher im Fokus stehen. Der Film begleitet die Annäherung der lange zerstrittenen Brüder und ihre gemeinsame Reunion-Tour.

Festivaldirektor Alberto Barbera zufolge wollen die Musiker persönlich nach Venedig kommen. Die Premiere von „Oasis: Don’t Look Back In Anger“ ist für den 5. September geplant. Wegen der unberechenbaren öffentlichen Auftritte der Gallaghers dürfte der Auftritt mit besonderer Spannung erwartet werden.

Werner Herzog mit neuem Spielfilm im Hauptwettbewerb

Für den deutschen Film geht Werner Herzog mit „Bucking Fastard“ ins Rennen. Der Film erzählt von Zwillingsschwestern, die in einer außergewöhnlich engen Verbindung leben: Sie sprechen gewissermaßen mit einer Stimme, lieben denselben Mann und teilen sogar dieselben Träume.

Berichten zufolge basiert die Geschichte auf einem realen Fall. Laut Medien hatte Herzog zuvor auf eine Teilnahme in Cannes verzichtet, weil der Film dort nicht im Hauptwettbewerb vorgesehen war. Dem Branchenblatt „Variety“ zufolge wollte er mit einem Wettbewerbsplatz mehr Aufmerksamkeit für die Besetzung erreichen: Kate Mara und Rooney Mara spielen die Schwestern, außerdem sind Orlando Bloom und Domhnall Gleeson dabei.

Erneut ein Gaza-Film im Wettbewerb

Politisch besonders brisant dürfte „Naza“ werden. Der Film über den Gaza-Krieg stammt von Yuval Abraham und Rachel Szor, die bereits zum Regieteam des 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilms „No Other Land“ gehörten. Dieser hatte schon bei der Berlinale-Gala 2024 heftige Debatten ausgelöst.

Schon im vergangenen Jahr war der Gaza-Krieg in Venedig ein prägendes Thema, insbesondere durch „The Voice of Hind Rajab“ über ein getötetes palästinensisches Mädchen. Regisseurin Kaouther Ben Hania erhielt dafür den zweitwichtigsten Festivalpreis und gehört in diesem Jahr zur Wettbewerbsjury.

Martin McDonagh kehrt nach Venedig zurück

Auch Martin McDonagh ist wieder im Wettbewerb vertreten. Der Oscar-Preisträger hatte in Venedig bereits mit „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees of Inisherin“ starke Resonanz ausgelöst.

Sein neuer Film „Wild Horse Nine“ ist eine schwarze Komödie mit prominenter Besetzung: John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi und Tom Waits stehen gemeinsam vor der Kamera. Erzählt wird von CIA-Agenten auf einer Mission nach Easter Island, vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen in Chile im Jahr 1973.

Pamela Anderson, Dakota Johnson und George Clooney ebenfalls erwartet

Auch außerhalb des Wettbewerbs sind zahlreiche bekannte Namen vertreten. In Kornél Mundruczós „Place to Be“ spielen Pamela Anderson und Taika Waititi an der Seite von Ellen Burstyn. Nach Angaben des Festivals will auch die 93-jährige Schauspielerin selbst nach Venedig reisen.

Burstyn ist gleich mehrfach präsent: In Maggie Gyllenhaals Kurzfilm „Flesh Impact“ tritt sie neben Dakota Johnson und Peter Sarsgaard auf. Gyllenhaal übernimmt in diesem Jahr zudem den Vorsitz der Wettbewerbsjury.

Ellen Burstyn soll in Venedig einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk erhalten. Ein weiterer Ehrenpreis geht an George Clooney.

Danny Boyle eröffnet, Wim Wenders und deutsche Namen in Nebenreihen

Zur Festivaleröffnung wird „Ink“ von Danny Boyle gezeigt. Wie schon „Primetime“ beschäftigt sich auch dieser Film mit dem Medienmilieu. Der „Trainspotting“-Regisseur erzählt hier aus der Welt des britischen Boulevardjournalismus, mit Jack O’Connell als kompromisslosem Zeitungsredakteur.

Neben Herzog sind auch in den Nebensektionen deutsche Filmschaffende vertreten. Wim Wenders präsentiert außer Konkurrenz „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“, einen Film über das Werk des Schweizer Architekten.

In der Reihe Orizzonti sind ebenfalls deutsche Namen vertreten: Emilia Schüle, Aaron Altaras und Luna Wedler spielen in „Das Mädchen mit der Leica“ von Alina Marazzi. Zudem zeigt der deutsche Regisseur Jannis Lenz seinen Film „Oase“, in dem unter anderem Florian Geißelmann und Godehard Giese mitwirken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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