Stars

Sensation! Laura Wontorra holt den Fernsehpreis

Laura Wontorra gewinnt den Fernsehpreis - doch ihre Ansage stiehlt allen die Show. Warum stehen Lauterbach und Frier in Kutten da?

09.09.2026, 19:24 Uhr

Deutscher Fernsehpreis in Köln: Auszeichnungen für Raab, Lanz, Wontorra und weitere TV-Stars

Beim Deutschen Fernsehpreis in Köln sind Stefan Raab, Markus Lanz und Laura Wontorra ausgezeichnet worden. Die TV-Branche würdigt mit dem Preis besondere Leistungen im Fernsehen und Streaming. Auffällig war in diesem Jahr, wie häufig auf der Gala politische und gesellschaftliche Themen zur Sprache kamen – wenige Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und inmitten zahlreicher Krisen.

Zu den großen Gewinnern des Abends zählte außerdem die ZDFneo-Serie „Chabos“, die als beste Comedy-Serie geehrt wurde. Zusätzlich erhielt das junge Ensemble den Förderpreis.

Laura Wontorra mit klarer Botschaft an junge Frauen

Laura Wontorra wurde in der Kategorie „Beste Moderation / Einzelleistung Unterhaltung“ ausgezeichnet. Ausschlaggebend war ihre Moderation der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“. In ihrer Dankesrede setzte die 37-Jährige ein deutliches Zeichen und wandte sich besonders an junge Frauen.

Mit der Trophäe in der Hand sagte sie, niemand sei zu laut oder zu leise, zu klein oder zu groß, zu dick oder zu dünn. Ihr Appell: an sich selbst glauben, den eigenen Weg gehen und sich nicht aufhalten lassen. Wer an seinen Träumen festhalte, könne auch nach den Sternen greifen.

Für einen besonderen Moment bei der Preisverleihung sorgten Annette Frier und Karl Lauterbach, die Wontorra als Gewinnerin verkündeten. Beide erschienen in Kutten und spielten damit auf die RTL-Sendung „Die Verräter“ an. Lauterbach scherzte dazu, gerade Politiker kennten sich schließlich besonders gut mit Verrätern aus.

Markus Lanz mahnt: „Fürchtet euch nicht!“

Auch Markus Lanz nutzte seine Dankesrede für eine gesellschaftspolitische Botschaft. Der 57-Jährige gewann in der Kategorie „Beste Information“ für seine ZDF-Talkshow. Es ist bereits sein zweiter Deutscher Fernsehpreis.

Lanz sprach von einer weit verbreiteten Unsicherheit im Land. Er erlebe viele Menschen, die verunsichert seien und teils Angst hätten. Sein Appell lautete: „Fürchtet euch nicht!“ Was derzeit kaputtgehe, werde man irgendwann ganz lässig wieder aufbauen.

Die Jury würdigte an seiner Sendung unter anderem, dass Lanz beharrlich nachhake, Widersprüche schnell offenlege und sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengebe.

Auch Fabian Köster wird politisch deutlich

Politische Töne gab es auch von Fabian Köster, der mit „heute-show extra: Next Stop Köster“ in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“ gewann. In dem Format konfrontiert er Politiker in einem kleinen Fahrstuhl.

Köster betonte, ein solches Format sei nicht in vielen Ländern möglich. Gerade jetzt müsse man sich das immer wieder bewusst machen und laut sein gegen Hass, Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so etwas abschaffen wollten. Dafür erhielt er viel Applaus im Saal.

Karin Hanczewski mit Sorge um die Demokratie

Den Preis als beste Schauspielerin erhielt Karin Hanczewski für „Call My Agent Berlin“ bei Disney+. Sie setzte am Ende ihrer Rede einen ernsten Schlusspunkt und sagte, sie hoffe, dass man auch in Zukunft noch in einer Demokratie leben werde.

Stefan Raab gewinnt mit RTL-Show – Pufpaff geht leer aus

Auch Stefan Raab durfte sich über einen Fernsehpreis freuen. Seine RTL-Produktion „Wer weiß wie wann was war?“ wurde als beste Unterhaltungsshow ausgezeichnet. In der Sendung treten verschiedene Generationen gegeneinander an.

Seine Co-Moderatorin Barbara Schöneberger sagte auf der Bühne in Richtung Raab: „Ganz egal, was die anderen sagen: Ich mag dich!“ Zuvor hatte Schöneberger bereits mit Blick auf die Anwesenheit von Raab und Sebastian Pufpaff gewitzelt, der Weltfrieden sei in greifbare Nähe gerückt. Hintergrund ist die frühere Zusammenarbeit der beiden, bevor Pufpaff später „TV total“ übernahm und Raab zu RTL wechselte.

Pufpaff selbst ging in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“ mit „TV total“ leer aus. Auf dem roten Teppich nach einem Geburtstagsgruß für den bald 60-jährigen Raab gefragt, antwortete er knapp: „Alles Liebe, alles Gute und möge er in Erfüllung seiner Arbeit nachkommen können.“

Barbara Schöneberger teilt aus

Für zusätzliche Lacher sorgte Moderatorin Barbara Schöneberger mit spitzen Bemerkungen. Unter anderem witzelte sie, seit es Ozempic gebe, passten doppelt so viele Stars in den Saal. Das Medikament wird eigentlich zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, ist aber auch als Mittel zum Abnehmen bekannt.

Schauspielpreis für Tom Schilling – Ständchen für die Mutter

Als bester Schauspieler wurde Tom Schilling für die Netflix-Serie „Achtsam Morden“ ausgezeichnet. Trotz knapper Redezeit nutzte er den Moment für ein Ständchen an seine Mutter, die an diesem Tag 70 Jahre alt wurde. Er animierte sogar das Publikum im Saal zum Mitsingen und erklärte, so viel Zeit müsse sein.

„Olivia“ ausgezeichnet, Preis der LGBTQI+-Community gewidmet

Als bester „Fernsehfilm/Mehrteiler“ setzte sich „Olivia“ durch. Das ZDF-Biopic erzählt die Lebensgeschichte von Olivia Jones. Die Verantwortlichen widmeten die Auszeichnung der LGBTQI+-Community.

Olivia Jones sagte, der Film sei gerade in dieser Zeit wichtig, weil es um Demokratie, Freiheit und das Recht gehe, so zu leben, wie man wolle. Ihr Appell: mehr Mut statt Wut. Man wolle niemandem etwas wegnehmen, werde aber dämonisiert.

Weitere Preise für „Hundertdreizehn“, „Mesut Özil“ und „#dontlookaway“

Neben „Chabos“ wurden noch weitere Produktionen ausgezeichnet. Als beste Drama-Serie gewann „Hundertdreizehn“ (ARD), als beste Doku-Serie wurde „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“ (ZDF) geehrt.

Einen Preis erhielt auch das ProSieben-Special „#dontlookaway“ von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Die beiden hatten dafür eine mehr als dreistündige, werbefreie Dokumentation über den Alltag der Menschen in der Ukraine ins Programm gebracht.

Peter Kloeppel erhält Preis für das Lebenswerk

Der Preis für das Lebenswerk ging an den langjährigen RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel. In seiner Rede erinnerte der 67-Jährige an Franz Beckenbauer und dessen berühmten Satz: „Jetzt geht’s raus, Jungs, und spielt Fußball.“ Kloeppel wandelte ihn für den Anlass ab: „Jetzt geht’s raus und macht gutes Fernsehen.“

Preis wird seit 1999 vergeben

Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 verliehen und zeichnet besondere Leistungen im Fernsehen und Streaming aus. Träger sind ARD, RTL, Sat.1, ZDF und die Deutsche Telekom. Als Partner sind zudem Disney+, Netflix und Prime Video beteiligt. Die Federführung wechselt jährlich, in diesem Jahr lag sie bei RTL, das die Gala auch im Fernsehen übertrug.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen