Fußball

Demirovic-Hattrick! Stuttgart startet furios

Demirovic schießt den VfB mit einer Gala zum Königsklassen-Start – doch ein Ex-Fürther legt die Abwehr-Schwächen offen.

09.09.2026, 20:37 Uhr

VfB Stuttgart startet dank Demirovic-Dreierpack erfolgreich in die Champions League

Ermedin Demirovic hat dem VfB Stuttgart den erhofften Traumstart in die neue Champions-League-Saison beschert. Beim 3:1 (3:1) gegen Viking Stavanger erzielte der Angreifer schon vor der Pause alle drei Tore und führte die Schwaben damit zum ersten Sieg in der Ligaphase. Anschließend wurde der Bosnier zum Spieler des Spiels gewählt.

„Als Mannschaft können wir richtig stolz sein, dass wir den Gegner zu Hause klar geschlagen haben“, sagte Demirovic bei DAZN. Zugleich verwies er auf die verbesserungswürdigen Phasen nach dem Seitenwechsel: „Auch wenn es hinten raus einige Situationen gab, die wir hätten besser machen können.“

Als Ziel gab der Dreifachtorschütze ein klares Weiterkommen aus der Gruppenphase aus: „Wir sind nicht hier, um einfach nur dabei zu sein, wir wollen weiterkommen.“

Demirovic traf in der 20., 26. und 32. Minute. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste aus Norwegen erzielte Zlatko Tripic in der 22. Minute. 57.500 Zuschauer sahen den verdienten Heimsieg in Stuttgart.

Deniz Undav blieb zwar auch im vierten Pflichtspiel der Saison ohne eigenes Tor, überzeugte aber als doppelter Vorlagengeber. Trainer Sebastian Hoeneß stärkte seinem Stürmer danach demonstrativ den Rücken. „Er hat seine Mitspieler sehr, sehr gut eingesetzt, aktuell klappt es noch nicht selbst mit dem Toreschießen, aber das wird kommen“, sagte Hoeneß bei DAZN. „Deniz wird wieder treffen und derjenige sein, der für uns Spiele entscheidet.“

Zäher Start am 133. VfB-Geburtstag

Der bislang letzte Champions-League-Auftritt des VfB hatte 588 Tage zurückgelegen. Damals verlor Stuttgart mit 1:4 gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain und verpasste den Einzug in die K.o.-Phase. Nun wollen die Schwaben im zweiten Anlauf unter Sebastian Hoeneß weiter kommen als vor zwei Jahren. Der erste Schritt gelang ausgerechnet am 133. Vereinsgeburtstag.

Beide Teams liefen mit Trauerflor auf. Damit gedachten sie den Flutopfern in Nepal sowie dem norwegischen König Harald V., der nur wenige Stunden vor dem Anpfiff in Oslo beigesetzt worden war. Das langjährige Staatsoberhaupt war am 28. August im Alter von 89 Jahren gestorben.

Stuttgart hatte zu Beginn viel Ballbesitz, doch im Spiel nach vorn fehlte zunächst die nötige Schärfe. Stavanger, erstmals seit mehr als 30 Jahren wieder in der Königsklasse vertreten, wirkte in der Anfangsphase sogar gefährlicher.

Drei Demirovic-Tore in zwölf Minuten

Dann übernahm Demirovic die Hauptrolle. Innerhalb von nur zwölf Minuten schnürte der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas einen Dreierpack. Zweimal war dabei auch das Aluminium im Spiel, zweimal legte Undav auf.

Beim 1:0 vollendete Demirovic einen sehenswerten Angriff über Chris Führich und Angelo Stiller, wobei der Ball von der Unterkante der Latte ins Tor sprang. Wenig später setzte Undav seinen Mitspieler mit einem starken Pass ein, Demirovic zog kraftvoll ab und traf über die Latte zum 2:1.

Auch den dritten Treffer bereitete Undav mit einem halbhohen Zuspiel vor. Demirovic, der diesmal den Vorzug vor Neuzugang Dzenan Pejcinovic erhalten hatte, traf technisch anspruchsvoll zum 3:1. Viking-Torhüter Arild Östbö sah dabei nicht gut aus.

Unterbrochen wurde die Stuttgarter Offensivshow nur durch das 1:1 von Tripic. Der frühere Zweitliga-Profi von Greuther Fürth nutzte einen Fehler in der VfB-Abwehr konsequent aus. Insgesamt wirkte die Defensive der Gastgeber nicht immer sattelfest – gegen ein stärkeres Team hätte das ernster werden können.

VfB-Defensive bleibt anfällig

Auch nach der Pause bot der VfB den Norwegern immer wieder Räume. In der 61. Minute hätte ein Missverständnis zwischen Torhüter Fabian Bredlow und Grischa Prömel beinahe zum 2:3 aus Stuttgarter Sicht geführt.

Kurz nachdem Demirovic unter Standing Ovations ausgewechselt worden war, hatte Undav die Chance auf das 4:1. Sein Lupfer landete jedoch nur oben auf dem Tornetz (65.). Danach verwaltete Stuttgart die Partie weitgehend. Erst in der Schlussphase erhöhte die Mannschaft noch einmal das Tempo, doch Undav ließ eine weitere Möglichkeit ungenutzt (87.).

Am zweiten Spieltag der Champions-League-Ligaphase tritt der VfB Mitte Oktober bei Slovan Bratislava in der Slowakei an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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