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Schock um Country-Queen: Dolly Parton ist tot

Einst sang sie von Country-Stars im Himmel – nun trauert die Musikwelt: Ist Dolly Parton jetzt selbst bei den Engeln?

26.08.2026, 02:01 Uhr

Country-Ikone Dolly Parton im Alter von 80 Jahren gestorben

Dolly Parton, eine der bedeutendsten Stimmen der Country-Musik, ist tot. Ihr Management bestätigte, dass sie im Alter von 80 Jahren in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee gestorben ist. In einem auf Instagram veröffentlichten Video erklärte ihre Familie: „Die Traurigkeit ist bei uns, aber nicht bei Dolly. Sie hat ihr Leben gelebt.“

US-Medien berichteten unter Berufung auf ihr Management übereinstimmend, Parton sei am Dienstag nach einem kurzen Kampf gegen eine Krebserkrankung im Kreis ihrer Angehörigen gestorben.

Parton gehörte zu jener Generation von Stars, die ähnlich wie Willie Nelson bis ins hohe Alter auf der Bühne standen und ihr Genre über Jahrzehnte prägten. Ihre außergewöhnliche Karriere machte sie weltweit berühmt und brachte ihr eine treue Fangemeinde sowie große Anerkennung in der Musikbranche ein.

Zahlreiche emotionale Würdigungen

Auf die Nachricht von ihrem Tod reagierten viele prominente Weggefährten tief bewegt. Paul McCartney schrieb auf Instagram, mit Dolly Parton sei ein großartiger Star und eine wunderbare Frau gestorben. Es sei kaum vorstellbar, in einer Welt ohne sie zu leben.

Auch Mick Jagger erinnerte an sie als herausragende Songwriterin und Sängerin, die Menschen zusammengebracht habe. Barbra Streisand würdigte Parton als „wahre Naturgewalt“, Elton John nannte sie eine „gigantische Künstlerin“ mit einem außergewöhnlich gütigen Herzen. Jane Fonda betonte, Millionen Menschen trauerten um die Country-Ikone.

Kindheit in bitterer Armut

Dolly Parton wuchs mit elf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen in einer Ein-Raum-Hütte an der Ostgrenze Tennessees auf. Dass aus ihr einmal ein Weltstar werden würde, war damals kaum abzusehen. Doch die Musik wurde für die Familie zum Weg nach vorn – besonders für Dolly.

Ihre Herkunft vergaß sie nie. Immer wieder sagte sie über ihre Kindheit: „Wir waren arm wie Dreck.“ Eine musikalische Erinnerung daran schuf sie mit dem Lied Coat of Many Colors. Darin erzählt sie von einem Mantel, den ihre Mutter aus Stoffresten nähte. Der Song wurde später auch Teil einer 2015 verfilmten Biografie.

Schon als Teenager machte Parton ihre ersten Schritte im Musikgeschäft. Mit 13 nahm sie ihre erste Platte auf und trat in Nashville auf. Ein entscheidender Rat kam damals von Johnny Cash, der ihr empfahl, ihrem Herzen zu folgen und Musik zu machen. Oft sang sie über ihre Heimat und über die „gute alte Zeit, als es uns schlecht ging“.

Durchbruch mit „Dumb Blonde“

Nach dem Schulabschluss zog Parton nach Nashville. Dort förderte sie Country-Star Porter Wagoner. Ihren ersten großen Erfolg feierte sie kurz nach ihrem 21. Geburtstag mit dem Album Hello, I’m Dolly. Besonders der Song Dumb Blonde wurde wegweisend für ihr späteres Image.

Mit dem Bild der üppig blondierten, auffälligen Country-Sängerin feierte sie jahrzehntelang Erfolge. Kritik daran ließ sie an sich abprallen. Sie sagte einmal, sie wisse selbst am besten, dass sie weder dumm noch blond sei. Ihre Frisur wurde ebenso zu ihrem Markenzeichen wie ihr offener Umgang mit Schönheitsoperationen.

Typisch für ihren Humor waren Sätze wie: „Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?“ Oder auch ihr ironischer Dank an das Publikum: „Es kostet schließlich viel Geld, so billig auszusehen.“

Weltkarriere mit Millionenverkäufen

Dolly Parton stieg rasch zur Königin der Country-Musik auf. Sie spielte mehr als ein Dutzend Instrumente, veröffentlichte über 80 Alben und landete mehr als zwei Dutzend Nummer-eins-Hits. Insgesamt verkaufte sie mehr als 100 Millionen Tonträger. Hinzu kamen zahlreiche Grammys und viele weitere Auszeichnungen.

Neben ihrer musikalischen Karriere war Parton auch als Unternehmerin äußerst erfolgreich. Zu ihrem Geschäftsimperium gehörten Restaurants, der Freizeitpark Dollywood und sogar eine Perückenlinie.

Gleichzeitig engagierte sie sich stark wohltätig. Jedes Jahr spendete sie Millionen für Bildungsprojekte. Über ihre Organisation Imagination Library finanzierte sie jährlich mehr als 2,5 Millionen Bücher.

Ehe mit Carl Dean

1966 heiratete sie den Bauunternehmer Carl Dean, den sie in einem Waschsalon kennengelernt hatte. Später sagte sie über dieses Treffen: „Das war der Tag, an dem mein Leben begann.“ Das Paar bekam keine Kinder. Parton erklärte später, es habe einfach nicht sein sollen.

Dean hielt sich konsequent aus der Öffentlichkeit heraus und blieb über Jahrzehnte der zurückhaltende Mann an ihrer Seite. Aufmerksamkeit erregte jedoch Partons Welthit Jolene von 1973. Darin bittet sie eine andere Frau, ihr den Mann nicht wegzunehmen. Hintergrund soll gewesen sein, dass Dean damals häufig eine Bank besuchte, weil er eine Angestellte attraktiv fand.

Schwerer Verlust nach dem Tod ihres Mannes

Im März 2025 starb Carl Dean nach fast 60 Jahren Ehe. Der Verlust traf Dolly Parton schwer. Öffentlich sprach sie darüber, dass sie monatelang keine neuen Texte schreiben konnte. In einem NBC-Interview sagte sie, vielleicht werde das später wieder kommen.

Nur wenige Tage nach seinem Tod veröffentlichte sie dennoch das Lied If You Hadn’t Been There als Erinnerung an ihren Mann. Darin fragt sie sich, wer und wo sie ohne ihn wäre, und dankt ihm für seine Liebe und Fürsorge.

Gesundheitliche Probleme in den letzten Monaten

Ende September 2025 sagte Parton aus gesundheitlichen Gründen mehrere für Dezember geplante Konzerte in Las Vegas ab. Kurz darauf sorgte ihre Schwester Freida bei Fans für Besorgnis, als sie öffentlich darum bat, für Dolly zu beten. Sie schrieb, viele wüssten, dass es ihr zuletzt nicht besonders gut gegangen sei. Wenig später relativierte sie ihre Worte und erklärte, sie habe niemanden erschrecken wollen.

Dennoch häuften sich Berichte über gesundheitliche Probleme. So nahm Parton auch ihren Ehren-Oscar im vergangenen November nicht persönlich in Los Angeles entgegen. Im Mai sagte sie schließlich eine weitere für September geplante Konzertreihe in Las Vegas ab.

Mit Dolly Parton verliert die Musikwelt eine Ausnahmekünstlerin, die Country weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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