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Plötzlich mehr Geld? Gema dreht Musikförderung auf

50 Millionen Euro werden bei der Gema neu verteilt: Das ändert sich jetzt – und diese Musikschaffenden könnten besonders profitieren.

08.05.2026, 11:48 Uhr

Die Gema richtet ihre Kulturförderung neu aus und verabschiedet sich von der bisherigen Trennung zwischen sogenannter E-Musik und U-Musik. Wie die Verwertungsgesellschaft mitteilte, stimmte die Mitgliederversammlung in Berlin am Donnerstag mit einer Zweidrittelmehrheit für das neue Modell.

Künftig sollen Werke bei der Förderung unabhängig vom Genre bewertet werden. Die Umstellung soll nicht sofort erfolgen, sondern schrittweise bis 2030 umgesetzt werden.

Bislang war rund ein Drittel der Fördergelder für den Bereich der Ernsten Musik vorgesehen, obwohl dieser nach Gema-Angaben nur etwa drei Prozent in den Fördertopf einbringt. Insgesamt geht es um eine jährliche Summe von ungefähr 50 Millionen Euro, die nun anders verteilt werden soll.

Für die bisher als E-Musik beziehungsweise Contemporary Classic bezeichnete Sparte bedeutet das spürbare Einschnitte: Statt bislang etwa 15 Millionen Euro sollen dort künftig nur noch rund 7 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wie eine Sprecherin erklärte.

Breitere Förderung und mehr Chancen für junge Talente

Nach Angaben der Gema soll die Reform dazu dienen, mehr Vielfalt in der Breite zu fördern. Die Sprecherin betonte, dies sei kein Rückzug aus der Kulturförderung. Zwar sinke der Anteil für den klassischen Bereich, die Mittel blieben dort aber weiterhin erheblich und seien zudem exklusiv für diese Sparte reserviert. Ein vergleichbares Vorrecht gebe es für kein anderes Genre.

Zugleich verweist die Gema darauf, dass auch der bisher unter Unterhaltungsmusik geführte Bereich künstlerisch sehr vielfältig sei. Dazu zählten nicht nur Pop und Schlager, sondern ebenso Hip-Hop, Jazz sowie zahlreiche experimentelle und innovative Stilrichtungen.

Ein weiterer Grund für die Neuausrichtung sei der musikalische Nachwuchs, der im bisherigen Fördersystem oft zu kurz gekommen sei. Im neuen Modell sollen dafür nun eigene Fördermittel bereitgestellt werden.

Zustimmung und Kritik aus der Musikszene

Die Reform stößt unter Musikschaffenden auf unterschiedliche Reaktionen. Zustimmung kam unter anderem von der Liedermacherin Sarah Hakenberg, die nach eigenen Angaben an der Versammlung teilnahm. Auf Instagram sprach sie von einem historischen Moment. Deutschland kenne von nun an nur noch zarte, wilde, ernste, heitere oder geheimnisvolle Musik – aber keine Trennung mehr in E- und U-Musik.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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