Der wegen Drogendelikten verurteilte portugiesische Rapper 18 Karat darf nach einer Entscheidung des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts in sein Heimatland abgeschoben werden. Das Gericht in Münster teilte mit, dass seine Beschwerde gegen den Beschluss der Vorinstanz erfolglos geblieben ist.
Der Deutschrapper sitzt derzeit in Strafhaft. Die Stadt Dortmund hatte ihm das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU aberkannt, seine Ausreise verlangt und die Abschiebung nach Portugal angeordnet. Bereits zuvor war ein Eilantrag des Musikers vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert.
Anwältin erwartet schnelle Abschiebung
Seine Anwältin Lisa Grüter erklärte auf Anfrage der dpa, ihr Mandant rechne nun mit einer zeitnahen Abschiebung. Sie kritisierte das Vorgehen scharf und sprach von einem "rechtsstaatlichen Armutszeugnis". Nach ihren Angaben sei 18 Karat nicht wie vorgesehen zu seiner Familie entlassen worden, sondern in der Justizvollzugsanstalt geblieben. Unter Berufung auf die Ehefrau des Rappers sagte Grüter zudem, ihm sei mitgeteilt worden, dass die Abschiebung noch in derselben Nacht erfolgen solle.
Gerichte sehen Gefahr weiterer Straftaten
Die Richter in Gelsenkirchen hatten argumentiert, für die Beendigung seines Aufenthalts lägen "zwingende Gründe der öffentlichen Ordnung" vor. Demnach habe der Musiker in großem Stil mit Drogen gehandelt. Die Folgen eines solchen illegalen Handels seien für die Gesellschaft besonders gravierend. Außerdem sah das Gericht eine konkrete Gefahr, dass es erneut zu Straftaten kommen könnte, weil keine klare Loslösung aus dem damaligen kriminellen Umfeld erkennbar sei.
Dieser Einschätzung schloss sich nun auch das Oberverwaltungsgericht an. Der Hinweis des Rappers auf seine familiären Bindungen und ein sehr junges Kind ändere nichts an der Bewertung der Gefahrenlage.
Vom Charterfolg zur Haftstrafe
18 Karat aus Dortmund gehört seit seinem Debütalbum "FSK 18 Brutal" vor rund zehn Jahren zu den bekannten Namen im Deutschrap. Mit Veröffentlichungen wie "Verliebt in einen Gangster 2" und "Narco Trafficante" erzielte er mehrere Chart- und Streaming-Erfolge.
Am 19. Dezember 2022 war er vom Landgericht Dortmund wegen verschiedener Drogendelikte zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Diese Strafe verbüßt er derzeit noch.
Hoffnung auf Bewährung enttäuscht
Nach Angaben seiner Anwältin befand sich der Musiker zuletzt im offenen Vollzug und hätte in etwa zwei Wochen seine Ausbildung zum Maler und Lackierer beendet. Zudem sollte in naher Zukunft geprüft werden, ob der Rest seiner Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Aus Sicht der Verteidigung hätte diese Entscheidung Vorrang haben müssen.
Grüter verwies außerdem darauf, dass eine Abschiebung direkt aus der Haft für ihren Mandanten erhebliche Nachteile habe, darunter insbesondere eine deutlich längere Sperre für eine mögliche Wiedereinreise nach Deutschland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber