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Madonna ist zurück: «Confessions II» überrascht alle

Von der braven Katholikin zur ewigen Skandal-Queen: Madonna startet mit neuem Album das nächste Kapitel ihrer Karriere.

29.06.2026, 09:45 Uhr

Madonna meldet sich mit neuem Album zurück

Ein erstes Tattoo mit 62, gezielte Provokationen, die sogar den Vatikan beschäftigten, und ständige Neuerfindungen: Madonna hat in ihrer langen Karriere immer wieder Grenzen verschoben. Jetzt veröffentlicht die Pop-Ikone mit „Confessions II“ ihr erstes Studioalbum seit 2019. Der Name erinnert bewusst an ihr Erfolgswerk „Confessions on a Dance Floor“ von 2005, auf dem unter anderem der Hit „Hung Up“ zu finden war. Schon vor dem Erscheinen am 3. Juli sorgt die Künstlerin mit der Werbekampagne für reichlich Aufmerksamkeit.

In einem vorab gezeigten Video zum Albumstart setzt Madonna erneut auf starke Bilder: Laserstrahlen kommen dabei nicht nur von ihr, sondern auch von den Tänzern um sie herum aus dem Schritt. Zudem ist sie auf einer Party mit Supermodel Kate Moss und Schauspieler Benedict Cumberbatch zu sehen. Auch das Cover greift die Inszenierung auf: Madonna posiert unter einem transparenten violetten Schleier, dazu trägt sie halterlose Strümpfe und Pumps. Passend zum Titel spielt das Motiv deutlich mit religiösen Symbolen.

Religion als prägendes Motiv

Religion und Glaube ziehen sich seit jeher durch Madonnas Werk. Die 1958 geborene Sängerin wuchs in einer streng katholischen Familie mit italienischen Wurzeln auf. Bis heute beschreibt sie ihre komplizierte Kindheit als Antrieb, aus ihrem Leben etwas zu machen. Ihren Vater bezeichnete sie einmal als einen „religiösen Roboter“ – genau so habe sie selbst nie werden wollen.

Inzwischen hat Madonna ihren ganz eigenen Zugang zum Glauben gefunden. In einem Podcast sagte sie kürzlich, sie glaube an das Universum und daran, dass Schutzengel sie in schweren Momenten begleitet hätten. Dazu zählt auch die Zeit, als sie mit nur 17 Jahren ohne Geld und ohne soziales Netz nach New York ging. In einem früheren Interview mit „Harper’s Bazaar“ sprach sie offen über traumatische Erfahrungen aus dieser Phase: Sie sei im ersten Jahr mit vorgehaltener Waffe überfallen, auf ein Hausdach gezerrt und dort mit einem Messer im Rücken vergewaltigt worden. Außerdem sei mehrfach in ihre Wohnung eingebrochen worden.

Madonna
Madonna nutzt Provokation als Kunstform. (Archivbild) Quelle: Charles Sykes/Invision via AP/dpa

„Like a Virgin“ als Skandal und Durchbruch

Schon ihr Debütalbum „Madonna“ mit Songs wie „Everybody“ wurde ein großer Erfolg. Zum weltweiten Star machte sie jedoch auch ihr bewusster Bruch mit kirchlichen Traditionen und den klassischen Vorstellungen von Weiblichkeit. Bei den MTV Video Music Awards 1984 sorgte sie mit „Like a Virgin“ für einen Eklat: Im Brautkleid sang sie offen über Sexualität und bewegte sich provokant über die Bühne. Für viele galt das als Tabubruch, für viele Frauen wurde Madonna damit aber zum Symbol einer selbstbestimmten weiblichen Sexualität.

In den 1980er Jahren stand sie damit im klaren Gegensatz zur konservativen Reagan-Ära in den USA. Damals prägten traditionelle Familienbilder, die Ablehnung von Abtreibung und die Verweigerung von Gleichstellung für homosexuelle Menschen weite Teile des öffentlichen Diskurses. Besonders während der Aids-Krise positionierte sich Madonna deutlich: Sie setzte sich öffentlich für Aufklärung ein und kritisierte scharf die Ausgrenzung von Erkrankten.

Konflikte mit Kirche und Öffentlichkeit

Auch in den 1990er Jahren blieb Madonna umstritten. Ihr Buch „Sex“ wurde in mehreren Ländern zensiert und entwickelte sich zugleich zum Bestseller. Für heftige Reaktionen sorgte außerdem der Song „Like a Prayer“, vor allem aus kirchlichen Kreisen. Kritisiert wurde damals die Verbindung von christlicher Symbolik und sexuellen Anspielungen.

Anfang der 2000er Jahre meldete sich erneut der Vatikan zu Wort, diesmal wegen ihrer Inszenierung von „Live To Tell“, bei der sie mit Dornenkrone an einem großen Kreuz hing. Madonna reagierte darauf mit einer Einladung an den Papst zu ihrem Konzert. Ihre Haltung brachte sie einmal so auf den Punkt: Man müsse manchmal übertreiben, damit die Menschen aufwachen.

Provokation als Ausdruck von Freiheit

Für Madonna war Provokation nie bloß Effekt, sondern immer auch Teil ihres Kunstverständnisses und Ausdruck ihres Anspruchs auf Selbstbestimmung. Sie betonte mehrfach, dass sie nicht nach Zustimmung anderer suche und wie jeder Mensch das Recht habe, frei über den eigenen Körper zu entscheiden. Selbst ihr erstes Tattoo ließ sie sich erst mit 62 Jahren stechen.

Dieser Gedanke prägt auch ihren Umgang mit dem eigenen Aussehen. Bei den Grammy Awards 2023 trat sie mit einem deutlich veränderten Gesicht auf, was erneut Spekulationen über kosmetische Eingriffe auslöste. Schon zuvor hatte es immer wieder Gerüchte über mögliche Implantate gegeben. Madonna selbst begegnete solchen Debatten gelassen. Bereits 2012 sagte sie dem britischen „Mirror“, sie sei keineswegs gegen Schönheitsoperationen – sie wolle nur nicht darüber sprechen müssen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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