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Jennifer Garner würde nie ein «Five-Star Weekend» planen

Ein Trauer-Wochenende mit vier Freundinnen eskaliert: Alte Wunden reißen auf, Geheimnisse platzen – Garner wäre privat raus.

23.07.2026, 09:00 Uhr

Jennifer Garner zeigt auf Instagram seit Längerem ihre humorvolle Seite: In ihrer augenzwinkernden "Möchtegern-Kochshow" steht sie regelmäßig in der Küche, backt, kocht und lässt ihre Fans an kleinen Alltagsmomenten teilhaben – gelegentlich auch gemeinsam mit ihrer Mutter. Ihre neue Serienrolle knüpft in gewisser Weise genau daran an.

Jennifer Garner als Foodbloggerin in „The Five-Star Weekend“

In der achtteiligen Serie „The Five-Star Weekend“, die ab 25. Juli bei Sky zu sehen ist, verkörpert Garner die erfolgreiche Foodbloggerin und Kochbuchautorin Hollis Shaw. Die Produktion basiert auf dem Roman von Elin Hilderbrand. Nach außen wirkt Hollis‘ Leben makellos, doch nach dem Unfalltod ihres Mannes gerät alles aus dem Gleichgewicht. Zusätzlich zur Trauer belastet sie, dass ihre Ehe schon zuvor von ungelösten Problemen geprägt war.

Garner beschreibt ihre Figur als Frau, die sich stark über Perfektion definiert habe: als ideale Köchin, fürsorgliche Partnerin und tadellose Gastgeberin. Gleichzeitig habe Hollis den entscheidenden Gesprächen mit ihrem Mann aus dem Weg gegangen. Beide hätten gewusst, dass sie sich ehrlich mit ihrer Beziehung auseinandersetzen müssten – doch dazu sei es nie gekommen.

Ein Wochenende als Flucht nach vorn

Um Abstand zu gewinnen, plant Hollis in Nantucket, dem Ort ihrer Kindheit, ein besonderes Treffen. Sie lädt vier Frauen ein, die jeweils für verschiedene Stationen ihres Lebens stehen. Das Wochenende wird jedoch mehr als nur ein Wiedersehen: Es zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen und wie Freundschaften zugleich Halt geben und Spannungen erzeugen können.

Sky-Serie «The Five Star Weekend»
Links nach rechts: Gemma Chan als Gigi, Jennifer Garner als Hollis, Harlow Jane als Caroline, Chloë Sevigny als Tatum und Regina Hall als Dru-Ann in einer Szene aus «The Five-Star Weekend». Die achtteilige TV-Serie ist ab 25. Juli bei Sky zu sehen. Quelle: Adam Rose/Peacock/Universal/dpa

Vier Frauen, vier Krisen

Schon bald wird klar, dass nicht nur Hollis mit Problemen ringt. Ihre Jugendfreundin Tatum (Chloë Sevigny) macht sich Sorgen um ihre Gesundheit. Dru-Ann (Regina Hall), einst Hollis’ College-Bekanntschaft und inzwischen prominente Sportagentin, gerät wegen eines unvorteilhaften Videos in sozialen Netzwerken unter Druck und muss um ihre Karriere bangen. Brooke (D’Arcy Carden), die Hollis in der Zeit als junge Mutter kennengelernt hat, steckt in einer Ehekrise.

Komplettiert wird die Gruppe von Gigi (Gemma Chan), die eine Sonderrolle einnimmt: Sie kennt Hollis lediglich über deren Blog und begegnet den anderen Frauen zum ersten Mal. Für sie ist das Treffen ein Sprung ins Ungewisse. Gigi wirkt wie jemand, der lange nach echter Nähe gesucht hat – und zudem ein Geheimnis mitbringt.

Mit dabei ist auch Hollis’ Tochter Caroline (Harlow Jane), die als Praktikantin an einer Dokumentation mitarbeitet. Darüber hinaus trifft Hollis in Nantucket auf alte Weggefährten, darunter auch ihre frühere Jugendliebe Jack (Timothy Olyphant).

Zwischen Urlaubsidylle und emotionalem Ausnahmezustand

Was als erholsames, schönes Wochenende gedacht war, entwickelt sich rasch zu einem konfliktreichen Aufeinandertreffen sehr unterschiedlicher Charaktere. Alte Verletzungen brechen auf, unangenehme Wahrheiten kommen ans Licht. Themen wie Eifersucht, Schuld, Enttäuschung und Verbitterung spielen dabei eine zentrale Rolle. Die langjährigen Bindungen werden in der malerischen Küstenkulisse auf eine harte Probe gestellt.

Die Mischung aus Liebesgeschichte, Verlust, zwischenmenschlichen Verwicklungen und eindrucksvollen Landschaftsbildern erinnert stellenweise an klassische Wohlfühl-Dramen im Stil von Rosamunde Pilcher – nur eben nicht in Cornwall, sondern in Nantucket und mit prominent besetztem Hollywood-Ensemble. Zwar ist die Handlung nicht frei von Vorhersehbarkeit und gelegentlichem Kitsch, insgesamt bleibt die Serie jedoch unterhaltsam.

Mehr als schöne Kulissen und gutes Essen

Hinter dem sommerlichen Look mit viel Meerblick, Ferienhausatmosphäre und appetitlich inszenierten Speisen verhandelt die Serie ernstere Fragen: Wie geht man mit Verlust um? Was passiert, wenn gesundheitliche Sorgen, beruflicher Druck oder einschneidende Lebensentscheidungen alles ins Wanken bringen? Genau darin liegt ihre eigentliche Stärke.

Auch Chloë Sevigny ist dabei

Neben Jennifer Garner fällt besonders Regina Hall auf, die ihre Figur als widerspenstige Karrieremacherin mit Problemen rund um Social Media und Cancel Culture überzeugend spielt. Auch Chloë Sevigny, sonst eher im Independent-Kino zu Hause, bringt frischen Reiz in die Serie. Sie sagte in einem Interview mit „Deadline“, das Format sei ihr eigentlich fast schon zu mainstreamig. Dennoch habe sie zugesagt – auch, weil sie überzeugt sei, dass ihre Mutter und deren Freundeskreis große Freude daran haben würden.

Jennifer Garner würde privat lieber darauf verzichten

Im echten Leben hätte Garner allerdings wenig Interesse daran, ein solches Treffen mit Freundinnen aus völlig verschiedenen Lebensphasen zu veranstalten. Ihrer Einschätzung nach erlebt man sich mit jedem Menschen anders, und genau darin liege das mögliche Konfliktpotenzial. Wenn all diese Personen zusammenkämen, könnte das schnell unangenehm werden – ganz ähnlich wie in der Serie. Ob daraus ebenso viel Eifersucht entstehen würde, lasse sich zwar nicht sagen, ein gewisses Chaos halte sie aber durchaus für realistisch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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