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Alleinerziehende: Warum Armut sie doppelt so hart trifft

Jede fünfte Familie hat nur ein Elternteil – die Zahl sinkt. Doch warum bleibt das Armutsrisiko für Alleinerziehende so hoch?

23.07.2026, 08:56 Uhr

Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland leicht gesunken

Im Jahr 2025 lebten in Deutschland rund 1,62 Millionen Alleinerziehende. Damit bestand knapp jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern aus nur einem Elternteil, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zehn Jahre zuvor hatte die Zahl noch bei 1,65 Millionen gelegen. Auch der Anteil an allen Familien mit Kindern unter 18 Jahren war damals mit 20,5 Prozent etwas höher als 2025.

Insgesamt wuchsen im vergangenen Jahr rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren bei nur einem Elternteil auf. Das entspricht 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland.

Alleinerziehende überwiegend Frauen

Die Statistik zeigt zudem, dass Alleinerziehende weiterhin überwiegend Frauen sind: 84,4 Prozent der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern waren 2025 Mütter. Zugleich stieg der Anteil der Väter in Alleinerziehenden-Familien: Er lag 2015 bei 11,1 Prozent und 2025 bei 15,6 Prozent.

Deutlich höheres Armutsrisiko

Familien mit nur einem Elternteil sind wesentlich häufiger von Armut bedroht als andere Haushalte. Nach aktuellen Daten galten 28,9 Prozent der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten als armutsgefährdet. Bei Paarfamilien mit einem oder mehreren Kindern lag dieser Anteil dagegen nur bei 12,0 Prozent. Damit ist das Armutsrisiko für Alleinerziehende und ihre Kinder mehr als doppelt so hoch.

Geplante Reform beim Unterhaltsvorschuss

Nach einem Reformvorschlag der Bundesregierung soll der Unterhaltsvorschuss künftig nur noch für Kinder unter 16 Jahren gezahlt werden. Bislang liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Laut Mitteilung wären von dieser Änderung 21,2 Prozent der Alleinerziehenden-Familien betroffen.

Im Jahr 2025 gab es demnach 373.000 Kinder von Alleinerziehenden im Alter von 16 und 17 Jahren. Sollte die Reform umgesetzt werden, würden sie ihren Anspruch auf Unterhaltsvorschuss verlieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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