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Geplantes Kanye-West-Konzert in Polen fällt aus

Einreiseverbot in Großbritannien, Absage in Frankreich – jetzt auch kein Kanye-Konzert in Polen. Seine antisemitischen Äußerungen isolieren den Musiker immer mehr.

17.04.2026, 21:27 Uhr

Der für den 19. Juni im schlesischen Chorzów angekündigte Auftritt des US-Rappers Kanye West, der inzwischen unter dem Namen Ye auftritt, ist abgesagt worden. Nach Angaben des Stadiondirektors kann das Konzert aus formal-rechtlichen Gründen nicht stattfinden.

Damit erlebt der Musiker in Europa den nächsten Rückschlag. Bereits zuvor hatte ihm die britische Regierung die Einreise verweigert. Einen geplanten Auftritt in Frankreich sagte West selbst ab, nachdem dort ebenfalls ein Verbot im Raum stand.

Kritik aus Polen

Noch vor der offiziellen Absage hatte Polens Kulturministerin Marta Cienkowska den geplanten Auftritt scharf kritisiert und als nicht hinnehmbar bezeichnet. Auf der Plattform X erklärte sie, es gehe um einen Künstler, der wiederholt mit antisemitischen Aussagen aufgefallen sei und zudem mit dem Verkauf von T-Shirts mit Hakenkreuz-Motiven Geld verdiene.

Sie betonte, in einem Land, das durch die Geschichte des Holocaust besonders geprägt sei, könne man dies nicht als bloße Unterhaltung abtun. Kunstfreiheit, so ihre Position, bedeute nicht, dass alles akzeptiert werden müsse. Kultur dürfe kein Ort für Menschen sein, die sie nutzten, um Verachtung und Hass zu verbreiten.

Einreiseverbot in Großbritannien, Rückzug in Frankreich

Kanye Omari West gilt als einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Künstler der Musikbranche. Der 48-Jährige sorgte in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen für Empörung. Im Jahr 2025 veröffentlichte er sogar ein Lied mit dem Titel "Heil Hitler".

Anfang dieses Jahres entschuldigte er sich in einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal. Darin schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian, er sei weder Nationalsozialist noch Antisemit. Seine früheren Aussagen führte er auf eine bipolare Störung zurück.

Die britische Regierung hatte West bereits Anfang April die Einreise ins Vereinigte Königreich untersagt. Hintergrund war die Diskussion über mögliche Auftritte bei einem Festival in London in diesem Sommer. Premierminister Keir Starmer hatte diese Planungen als zutiefst beunruhigend bezeichnet.

Kurz darauf zog West auch seinen geplanten Auftritt in Marseille zurück. Zuvor war bekannt geworden, dass Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez entschlossen sei, das Konzert untersagen zu lassen.

Holocaust-Überlebende verlangen klare Konsequenzen

Überlebende von Auschwitz begrüßten das Vorgehen der britischen Regierung und forderten vergleichbare Maßnahmen auch in anderen europäischen Staaten. Christian Heuber vom Internationalen Auschwitz-Komitee erklärte, die Äußerungen des Rappers hätten nicht nur Holocaust-Überlebende und deren Familien verletzt, sondern könnten zudem antisemitische Haltungen weiter verstärken.

Gerade ein Konzert in Polen wäre deshalb besonders sensibel gewesen. Während des Zweiten Weltkriegs errichtete das nationalsozialistische Deutschland im besetzten Polen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der Ort steht heute wie kaum ein anderer für den Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Zwischen 1940 und 1945 wurden dort rund 1,1 Millionen Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und Misshandlungen. Die meisten Opfer waren Jüdinnen und Juden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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