Billie Eilish zählt zu den prägendsten Popstars unserer Zeit: Mit Songs wie „Bad Guy“ und „Happier Than Ever“ feierte sie weltweite Erfolge, gewann zehn Grammys und zwei Oscars. James Cameron wiederum gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren der Filmgeschichte, bekannt für Werke wie „Terminator“, „Titanic“ und „Avatar“ und mehrfach mit Oscars ausgezeichnet. Nun haben beide erstmals gemeinsam an einem Projekt gearbeitet.
Trotz eines Altersunterschieds von 47 Jahren fanden die Sängerin und Songwriterin sowie der kanadische Filmemacher schnell eine gemeinsame kreative Ebene. Zusammen realisierten sie den Konzertfilm „Billie Eilish – Hit Me Hard and Soft: The Tour (Live in 3D)“, der aktuell in den Kinos zu sehen ist.
Zwei starke Kreative, ein gemeinsames Projekt
Für Eilish war die Zusammenarbeit mit Cameron etwas Besonderes. Im Gespräch in London sagte sie, es sei kaum zu fassen, ihre erste große Erfahrung dieser Art direkt mit ihm zu machen und dabei gemeinsam Regie zu führen. Gleichzeitig sei es für sie Neuland gewesen.
Die Musikerin erklärte, beide seien es gewohnt, ihre künstlerischen Welten selbst zu lenken. Sie entwickle ihre Shows, mache ihre Musik und führe bei eigenen Projekten Regie. Cameron arbeite ähnlich. Gerade deshalb sei es spannend gewesen, zwei Persönlichkeiten zusammenzubringen, die normalerweise allein die Kontrolle innehaben.
Cameron trat dabei nicht als dominierende Figur auf, sondern bewusst als Partner. Er betonte, dass er sich nicht in den Vordergrund drängen wollte. Entscheidend sei für ihn gewesen, dass Eilish am Ende mit dem Resultat zufrieden ist. Im Film macht er darüber sogar einen Scherz und meint, man könne schreiben: Regie Billie Eilish – und ganz klein darunter: mit James Cameron. In den Credits werden beide schließlich gleichwertig genannt, auch wenn die künstlerische Grundidee klar von Eilish ausging.
Konzertbilder und persönliche Gespräche
Die gegenseitige Bewunderung zwischen beiden zieht sich durch das gesamte Projekt. Cameron lobt Eilish als echte Bühnenkünstlerin, die mit voller Hingabe performe. Er zog dabei einen Vergleich zu seiner eigenen Arbeit: So wie ihn bei „Titanic“ auch die Faszination für das Wrack selbst antrieb, schreibe Eilish ihre Songs nicht nur für das Studio, sondern vor allem, um sie live vor Publikum zu singen.
Der Film verbindet spektakuläre Konzertaufnahmen mit intimen Momenten hinter den Kulissen. Cameron führt darin selbst Gespräche mit Eilish und spricht mit ihr unter anderem über ihre enge Bindung zu den Fans. Er beschreibt, dass sie ihre tiefsten Gefühle und inneren Konflikte in ihre Musik legt und genau deshalb bei so vielen Menschen einen Nerv trifft. Daraus entstehe eine starke emotionale Verbindung.
Wie intensiv diese Beziehung ist, zeigt der Film deutlich. Immer wieder sind Zuschauerinnen und Zuschauer zu sehen, die bei den Auftritten weinen oder völlig überwältigt wirken. Eilish selbst sagt, diese Reaktionen seien auch für sie sehr bewegend. Zugleich versuche sie sich immer wieder in die Lage ihrer Fans hineinzuversetzen, weil sie selbst genau wisse, wie sich echte Bewunderung und Nähe zu einem Idol anfühlen können.
Dass sie selbst einmal glühender Fan war, hat Eilish in der Vergangenheit offen erzählt – besonders mit Blick auf ihre frühere Verehrung für Justin Bieber. Erst vor Kurzem stand sie beim Coachella-Festival sogar gemeinsam mit ihm auf der Bühne.
Fans als Herzstück ihrer Musik
Auch einige Fans kommen im Film zu Wort und berichten, wie sehr ihnen Eilishs Musik durch schwierige Phasen geholfen habe. Dabei geht es um Selbstzweifel, Mobbing und psychische Belastungen. Eine junge Frau sagt schlicht: „Ich liebe sie.“ Eine andere erklärt, ohne Billie wäre sie heute womöglich nicht mehr da. Für Eilish ist klar, dass ihre Konzerte ein geschützter Raum für alle sein sollen. Viele ihrer Anhänger campieren schon Tage vor den Hallen, um ihr möglichst nahe zu sein.
Konzertfilme, exklusive Angebote für Fans und aufwendig produzierte Tourneen sind inzwischen fester Bestandteil des internationalen Popgeschäfts. Der Konzertbesuch ist längst Teil eines riesigen Vermarktungssystems geworden: Karten sind oft schnell ausverkauft, und viele Fans nehmen hohe Kosten für Reise und Unterkunft in Kauf.
Eilish sagt jedoch, dass ihr Verhältnis zu ihrem Publikum nicht von Distanz geprägt sei. Während manche Künstlerinnen und Künstler ein kompliziertes Verhältnis zu ihren Fans hätten, empfinde sie das ganz anders. Für sie seien die Fans der wichtigste Teil von allem. Kunst entstehe überhaupt erst aus Begeisterung – für Musik, Filme oder Mode. Ihr eigener Wunsch, Musik zu machen, sei letztlich nur aus einem Grund entstanden: weil sie Musik liebt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion