Stephen Colbert hat seine letzte Ausgabe der CBS-„Late Show“ mit einem Überraschungsgast beendet: Beatles-Ikone Paul McCartney schaute in der finalen Sendung vorbei und sorgte für einen der Höhepunkte des Abends.
Rund 1.800 Folgen und elf Jahre lang prägte Colbert das US-Late-Night-Fernsehen. Die gut einstündige Abschiedssendung wurde live aus dem Ed Sullivan Theater am Broadway in New York ausgestrahlt. Zum Auftakt verzichtete der 62-Jährige auf politische Spitzen gegen seinen Sender oder andere Seitenhiebe. Stattdessen bedankte er sich beim Publikum und sagte, es habe ihm Freude bereitet, die Show zu moderieren. Seine Sendung bezeichnete er als „Freude-Maschine“.
Im weiteren Verlauf blieb vieles vertraut: Colbert kommentierte an seinem Schreibtisch mit Kaffeetasse das aktuelle Tagesgeschehen, begleitet von seiner Band. Im Publikum saßen zahlreiche Prominente, darunter Schauspieler Paul Rudd, der dem Moderator scherzhaft Bananen anbot. Colbert konterte, er habe zum Abschied eher mit einer goldenen Uhr gerechnet. Auf die Frage, was er nach dem Show-Aus machen werde, antwortete er knapp mit einem Witz: „Drogen“.
Für einen weiteren Gag ließ das Team zunächst anklingen, der Papst werde der letzte Gast des Abends sein. Der sei allerdings unzufrieden mit der Auswahl an Hotdogs beim Gästeservice gewesen, hieß es scherzhaft. Dann folgte die eigentliche Überraschung: Paul McCartney betrat das Studio.
Der 83-Jährige witzelte im Gespräch mit Colbert, er sei „gerade in der Nähe gewesen“ und habe noch „ein paar Besorgungen“ machen müssen. Zunächst erinnerten sich beide an frühere Begegnungen und gemeinsame Auftritte. Danach bekam das Gespräch auch eine politische Note.
Auf Colberts Frage, wie er Amerika bei seinen Besuchen vor Jahrzehnten wahrgenommen habe, sagte McCartney, die USA seien für ihn damals „das Land der Freiheit“ und „die größte Demokratie“ gewesen. Zugleich fügte er hinzu, er hoffe, „dass es das noch immer ist“.
Zum Ende wurde es musikalisch und skurril zugleich: Erst wurde Colbert in einer Science-Fiction-Anspielung von einer Art grünem Weltraum-Loch verschluckt. Danach stand er noch einmal mit McCartney auf der Studiobühne und sang den Beatles-Klassiker „Hello, Goodbye“. Schließlich tauchte das grüne All-Loch erneut auf – und von Colberts Show blieb am Ende nur noch eine kleine Schneekugel übrig.
Colbert hatte die „Late Show“ 2015 von David Letterman übernommen. Letterman hatte das Format bereits 1993 gestartet. Im vergangenen Sommer hatte CBS überraschend angekündigt, die Sendung einzustellen, offiziell aus „rein finanziellen Gründen“.
In der Branche halten sich jedoch Spekulationen über politische Hintergründe. Beobachter vermuten, dass CBS bei der Entscheidung auch Rücksicht auf US-Präsident Donald Trump genommen haben könnte, der in Colberts Sendung immer wieder scharf kritisiert worden war.
Trump selbst ließ sich zum Abschied noch eine scharfe Attacke nicht nehmen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Colbert sei nun endlich bei CBS weg. Er bezeichnete den Moderator unter anderem als talentlos, warf ihm schlechte Quoten vor und endete mit den Worten: „Gott sei Dank ist er endlich weg!“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion