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Zverev nur noch ein Sieg vor Karriere-Krönung

Scheitern, Zweifel, Verletzungen – jetzt soll Zverevs großer Moment kommen. Doch ausgerechnet Kumpel Cobolli steht im Weg.

06.06.2026, 11:33 Uhr

Zverev vor dem größten Schritt seiner Karriere

Alexander Zverev will sich auf dem Weg zu seinem möglichen ersten Grand-Slam-Titel auch von der Freundschaft zu Flavio Cobolli nicht bremsen lassen. Vor dem Finale der French Open am Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport/Nitro) sprach der deutsche Tennisprofi zwar mit viel Sympathie über den Italiener, machte aber zugleich klar, dass auf dem Platz nur der Sieg zählt. Cobolli sei ein großartiger Mensch mit einem guten Herzen, sagte Zverev. Im Endspiel werde die persönliche Nähe jedoch keine Rolle spielen.

Für beide sei ein Grand-Slam-Finale die höchste denkbare Bühne im Tennis. Diesen Moment miteinander zu erleben, sei etwas Besonderes. Den Pokal aber möchte Zverev am Ende allein in den Händen halten. Im 41. Versuch könnte ihm endlich der lange erhoffte Triumph bei einem der vier wichtigsten Turniere gelingen.

Historische Chance für den Hamburger

Mit einem Erfolg in Paris würde der 29-Jährige als erster deutscher Tennisprofi seit Beginn der Open Era 1968 den Sandplatzklassiker in Roland Garros gewinnen. Der bislang letzte Grand-Slam-Titel eines deutschen Mannes liegt schon drei Jahrzehnte zurück: Boris Becker triumphierte damals bei den Australian Open und feierte dort seinen sechsten und letzten Sieg bei einem Major.

Becker lobt Zverevs mentale Stärke

Boris Becker zeigt sich beeindruckt von Zverevs Auftritten in Paris. Besonders hebt der frühere Wimbledon-Champion hervor, wie souverän der Hamburger mit dem gestiegenen Erwartungsdruck umgeht. Seit dem Ausscheiden von Jannik Sinner gelte Zverev für viele als Favorit, erklärte Becker bei Eurosport. Gerade deshalb laste nun besonders viel auf ihm – und bislang meistere er diese Situation ausgezeichnet.

Auch im Halbfinale gegen den Tschechen Jakub Mensik ließ Zverev kaum Zweifel aufkommen. Beim 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 wirkte sein Erfolg trotz eines kurzen Durchhängers nie ernsthaft gefährdet.

Cobolli als nächste Herausforderung

Im Finale erwartet Zverev nun wohl eine schwierigere Aufgabe. Cobolli bezeichnete er als sehr talentierten und jungen Spieler, der sich stetig weiterentwickle. Viermal standen sich die beiden bisher gegenüber, dreimal ging Zverev als Sieger vom Platz.

Dass Cobolli im Halbfinale nicht antreten musste, weil sein Landsmann Matteo Arnaldi krankheitsbedingt kurzfristig zurückzog, sieht Zverev nicht als Nachteil. Er selbst fühle sich körperlich gut und habe im bisherigen Turnierverlauf ebenfalls keine übermäßig langen Partien bestreiten müssen.

Fokus nur auf das nächste Match

Mental setzt Zverev weiterhin auf seine bewährte Herangehensweise. Er wolle von Spiel zu Spiel denken und sich ausschließlich auf die Dinge konzentrieren, die er selbst beeinflussen könne. Entscheidend sei für ihn nur die Aufgabe, die direkt vor ihm liege – alles andere blende er aus.

Für Becker ist genau das der richtige Weg. Zverev schirme sich gut ab, habe sein enges Umfeld um sich und liefere gerade in den entscheidenden Momenten starkes Tennis ab, sagte der frühere Weltranglistenerste.

Kommt nach vielen Enttäuschungen das Happy End?

Die Vergangenheit bei Grand-Slam-Endspielen verlief für Zverev bislang schmerzhaft. Alle drei bisherigen Finals verlor er. Bei den US Open 2020 fehlten ihm gegen Dominic Thiem nur zwei Punkte zum Titel. 2024 unterlag er in Paris nach fünf Sätzen Carlos Alcaraz. Im Jahr darauf war er im Finale der Australian Open gegen Sinner ohne echte Chance.

Noch tiefer saß allerdings die Erinnerung an Roland Garros vor vier Jahren. Damals lieferte er sich mit Rafael Nadal ein Duell auf Augenhöhe, ehe er unglücklich umknickte und sich schwer am Fuß verletzte. Die Szene, wie Zverev anschließend im Rollstuhl vom Court gebracht wurde, hat sich vielen eingeprägt.

Nun bietet sich die Möglichkeit, all die Rückschläge, Schmerzen und Zweifel hinter sich zu lassen. Wenn Zverev am Sonntag im Stade Philippe Chatrier Platz nimmt, wird er den Schriftzug auf der Tribüne sehen können: Victory belongs to the most tenacious. Auf Deutsch: Der Sieg gehört dem Hartnäckigsten. Genau das könnte auch das Leitmotiv für dieses Finale sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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