Schindlers großer EM-Coup bleibt ohne Titel
Martin Schindler hat seinen beeindruckenden Lauf bei der Darts-Europameisterschaft in Dortmund nicht mit dem Titel gekrönt. Der 30-Jährige verlor das Finale in der Westfalenhalle gegen den topgesetzten Engländer Ross Smith mit 8:11 und muss damit weiter auf seinen ersten Major-Sieg warten.
Trotz der Niederlage bleibt der Endspieleinzug ein historischer Erfolg. Noch nie zuvor hatte ein deutscher Profi oder ein deutsches Team das Finale eines großen Darts-Turniers erreicht. Für Darts-Deutschland ist Schindlers Vorstoß neben dem WM-Halbfinale von Gabriel Clemens einer der größten Erfolge überhaupt.
Starker Lauf bis ins Endspiel
Schon im Viertelfinale hatte Schindler mit einem klaren 10:1 gegen den Waliser Jonny Clayton ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Halbfinale folgte ein überzeugendes 11:6 gegen den Polen Krzysztof Ratajski, der zuvor Weltmeister Luke Littler aus dem Turnier genommen hatte.
Vor mehreren tausend Zuschauern in der gut gefüllten Westfalenhalle, unter ihnen auch BVB-Profi Maximilian Beier, wurde Schindler im Endspiel lautstark unterstützt. Doch gegen Smith konnte er zunächst nicht ganz an das extrem hohe Niveau aus den vorherigen Runden anknüpfen.
Smith zieht nach verpasstem Big Fish davon
Bis zum 2:2 hielt Schindler die Partie offen. Dann bot sich ihm die große Chance, 170 Punkte mit drei Pfeilen zum spektakulären "Big Fish" zu löschen. Doch der letzte Dart verfehlte das Bulls-Eye knapp. In der Folge übernahm Smith klar die Kontrolle, gewann sechs Legs in Serie und zog auf 8:2 davon.
Schindler startete später zwar noch eine Aufholjagd, kam aber nicht mehr entscheidend heran. Smith brachte den Vorsprung ins Ziel und sicherte sich nach 2022 seinen zweiten EM-Titel. Der Engländer hatte im Halbfinale bereits den früheren Weltmeister Gerwyn Price mit 11:7 bezwungen.
Rund 95.000 Euro und Rückenwind für die WM
Auch ohne den Titel darf sich Schindler über 80.000 Pfund Preisgeld freuen, umgerechnet rund 95.000 Euro. Zudem kehrt er in der Weltrangliste unter die Top 20 zurück und verbessert damit auch seine Ausgangsposition für die WM in London vom 11. Dezember bis 3. Januar 2027.
Smith macht im Ranking ebenfalls einen großen Sprung und verbessert sich um acht Plätze auf Rang sechs. Der zweite deutsche Starter Niko Springer war bereits in Runde eins an Clayton gescheitert.
Für Luke Littler bleibt die Europameisterschaft derweil weiter der einzige große Titel, der dem 19 Jahre alten Weltmeister noch fehlt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber