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Nach Wirbel: Ansah schockt alle – Lückenkemper entthront

Trotz Doping-Wirbel sprintet Ansah zum DM-Titel – und Lückenkemper erlebt über 100 Meter eine bittere Überraschung.

25.07.2026, 20:14 Uhr

Ansah sprintet trotz Nada-Verfahrens zum DM-Titel

Owen Ansah hat sich bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum souverän den Titel über 100 Meter gesichert. Der 25 Jahre alte Sprinter vom Hamburger SV gewann im Wattenscheider Lohrheidestadion in 10,00 Sekunden. Erst vor kurzem hatte er seinen deutschen Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert. Platz zwei ging an Heiko Gussmann, der nach 10,06 Sekunden ins Ziel kam.

Im ZDF sagte Ansah nach seinem Sieg, er habe allen zeigen wollen, dass er derzeit der schnellste Deutsche sei. Zugleich habe er dem Publikum eine Show bieten wollen – und das sei ihm gelungen.

Überschattet wurde der Erfolg des Rekordhalters von einem laufenden Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur. Hintergrund ist nach Angaben der Nada eine verweigerte Dopingprobe. Starten darf Ansah aktuell dennoch. Laut seinem Anwalt will er sich gegenüber der Nada ausführlich zu dem Vorfall äußern.

In einer Stellungnahme des Deutschen Leichtathletik-Verbandes erklärte Ansah, er habe sich am 10. Juli gerade auf den Weg zum Diamond-League-Meeting in Monaco machen wollen, als ein Kontrolleur außerhalb des von ihm angegebenen Zeitfensters bei ihm geklingelt habe. Weil er bereits spät dran gewesen sei und kurz zuvor die Toilette besucht habe, habe er die Probe nicht so kurzfristig abgeben können.

Frauen-Rennen: Lückenkemper ohne Titel

Im Frauen-Finale über 100 Meter musste Gina Lückenkemper eine Enttäuschung hinnehmen. Die frühere Europameisterin verpasste ihren siebten deutschen Meistertitel und belegte in 11,29 Sekunden Rang drei.

Nach eigenen Angaben war Lückenkemper vor einigen Wochen durch einen Zeckenbiss am Hinterkopf für einige Zeit ausgebremst worden. "Das hat mich echt zerstört", sagte die gebürtige Westfälin und war den Tränen nah. Weil sie zwischenzeitlich sogar über eine Absage der Meisterschaften nachgedacht hatte, zeigte sie sich am Ende mit Bronze zufrieden.

Den Sieg sicherte sich Jolina Ernst in 11,26 Sekunden. Emma Goretzka aus Berlin wurde ebenfalls in 11,26 Sekunden gestoppt, lag aber um wenige Tausendstel zurück und kam auf Rang zwei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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