München richtet Leichtathletik-WM 2031 aus
Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2031 werden in München stattfinden. Das gab der Weltverband bekannt. Zudem wurde entschieden, dass die WM 2029 in Nairobi ausgetragen wird. Damit wird das Turnier erstmals auf afrikanischem Boden veranstaltet.
Verbandspräsident Sebastian Coe lobte Deutschland als verlässlichen Ausrichter großer Sportereignisse. Zugleich verwies er auf das große Interesse des deutschen Publikums an der Leichtathletik und zeigte sich überzeugt, dass München beste Voraussetzungen für eine hochklassige WM mitbringt.
Erst Peking, dann Nairobi, danach München
Coe bezeichnete auch die Bewerbung Nairobis als besonders überzeugend und emotional. Die Vergabe an Kenias Hauptstadt sei ein historischer Schritt für die Leichtathletik. Andere Bewerber wie Rom und London kamen diesmal nicht zum Zug. Bereits zuvor stand fest, dass die Weltmeisterschaften 2027 in Peking stattfinden werden.
Mit der Entscheidung für München kehrt die WM nach Deutschland zurück. Bereits 2022 hatte die bayerische Landeshauptstadt mit den European Championships im Olympiastadion ein starkes Signal gesetzt und viel Zuspruch erhalten.
Deutschland zum dritten Mal Gastgeber
Bislang war Deutschland zweimal Austragungsort von Leichtathletik-Weltmeisterschaften: 1993 in Stuttgart und 2009 in Berlin. Vor allem die Titelkämpfe in der Hauptstadt bleiben in Erinnerung, weil Usain Bolt dort über 100 und 200 Meter Weltrekorde lief, die bis heute gelten.
Vor der Vergabe hatte Coe betont, dass mehrere sehr starke Bewerbungen vorgelegen hätten.

Kosten von rund 123 Millionen Euro erwartet
Wenige Wochen vor der Entscheidung bekam München Rückenwind aus der Landespolitik. Die bayerische Staatsregierung sagte finanzielle Unterstützung zu und will ein Drittel der Kosten übernehmen. Die restlichen Anteile sollen von der Stadt München und dem Bund getragen werden.
Nach derzeitigen Schätzungen belaufen sich die Gesamtausgaben für die WM 2031 auf etwa 123 Millionen Euro. Geplant ist, die Wettkämpfe im modernisierten Olympiastadion auszurichten. An neun Veranstaltungstagen werden rund 2.200 Athletinnen und Athleten aus etwa 195 Ländern erwartet.
2029 war für München aus Termingründen ungünstig
Dass München den Zuschlag für 2031 und nicht für 2029 erhielt, hängt auch mit dem Veranstaltungskalender zusammen. Im Jahr 2029 sind in der Stadt bereits das Deutsche Turnfest im Mai sowie die Fußball-Europameisterschaft der Frauen im Juli und August vorgesehen.
Die Entscheidung fällt außerdem kurz vor einer weiteren wichtigen Weichenstellung im deutschen Sport: Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund festlegen, mit welcher Stadt oder Region Deutschland sich für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll.
Deutsche Athleten hatten auf Heim-WM gehofft
Auch aus dem Kreis der deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten war der Wunsch nach einer Heim-WM deutlich zu hören. Zehnkampf-Welt- und Europameister Leo Neugebauer hatte München als Traumziel bezeichnet und auf die wachsende Bedeutung der Leichtathletik in Deutschland verwiesen. Statt 2029 wird die Heim-WM für die deutschen Stars nun zwei Jahre später stattfinden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber