Fußball

Vor Finnland-Kracher: Alle 25 plötzlich im Training

Vor dem USA-Trip wartet der letzte DFB-Test – doch neben Neuer fehlt plötzlich noch ein weiterer Star. Wer steckt dahinter?

30.05.2026, 11:51 Uhr

Julian Nagelsmann setzt vor dem letzten WM-Test der deutschen Nationalmannschaft vor der Abreise in die USA auf neue Akzente. Für das Länderspiel am Sonntagabend (20.45 Uhr/ZDF) gegen Finnland kündigte der Bundestrainer Einsätze von Deniz Undav und Bayern-Talent Lennart Karl an. Für den 18-Jährigen wird es das erste Startelf-Debüt im DFB-Team.

Personell gibt es weiter keine zusätzlichen Sorgen. Manuel Neuer ist nach seinen Wadenproblemen wie angekündigt noch keine Option für das Spiel gegen Finnland. Kai Havertz fehlt ebenfalls, weil der Arsenal-Profi am Samstagabend noch im Champions-League-Finale im Einsatz war.

Viel von der möglichen WM-Formation

Nagelsmann ließ durchblicken, dass gegen Finnland bereits weite Teile jener Elf auflaufen sollen, die auch beim WM-Auftakt beginnen könnten. Wegen der kurzen gemeinsamen Vorbereitungszeit gehe es darum, möglichst schnell einen Rhythmus und einen "Flow" zu entwickeln.

Auch Kapitän Joshua Kimmich betonte die Bedeutung des Spiels für das Selbstvertrauen. Nach zuletzt sieben Siegen in Serie wolle die Mannschaft daran anknüpfen und das WM-Tempo weiter aufnehmen.

Im defensiven Mittelfeld setzt Nagelsmann auf Felix Nmecha von Borussia Dortmund und Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern. Vor allem Nmecha soll nach seiner längeren Verletzungspause weitere Spielpraxis sammeln.

Chance für Undav, Premierenmoment für Karl

Undav bekommt durch das Fehlen von Havertz erneut die Gelegenheit, sich im Sturmzentrum zu empfehlen. Nagelsmann hatte ihn bislang eher als Joker vorgesehen.

Lennart Karl darf sich derweil bei seinem Startelf-Debüt von Beginn an auf der rechten Außenbahn zeigen. Dort soll der Münchner Youngster neben Florian Wirtz und Jamal Musiala für viel Tempo und Kreativität sorgen.

Musiala freut sich auf sein Comeback

Nach langer Verletzungspause blickt auch Jamal Musiala seinem Comeback entgegen. Der Bayern-Star hatte seit März 2025 zehn Länderspiele verpasst, die meisten wegen seines schweren Beinbruchs. Gegen Finnland soll er nach Nagelsmanns Planung zunächst von der Bank kommen.

Groß ist die Vorfreude auch auf das Wiedersehen mit Florian Wirtz. Nagelsmann sprach davon, dass sich die Fans wieder auf das oft als "Wusiala" bezeichnete Duo freuen dürften. Musiala sagte, er habe es vermisst, mit Wirtz gemeinsam auf dem Platz zu zaubern.

Beim Abschlusstraining in Herzogenaurach wirkte Musiala locker und gut gelaunt. Gemeinsam mit Joshua Kimmich und Leroy Sané absolvierte er die Aufwärmübungen vor der Abreise nach Mainz.

Teamgeist stimmt – auch abseits des Platzes

Für gute Stimmung im DFB-Camp sorgte zuletzt auch eine kleine Episode vom Familientag. Beim unter den Nationalspielern beliebten Kartenspiel UNO zog ausgerechnet Florian Wirtz den Kürzeren und musste anschließend als Strafe bei Nagelsmann vorsprechen. Was genau er dem Bundestrainer sagen musste, blieb offen – für Musiala und auch Nagelsmann war die Aktion aber offensichtlich ein amüsanter Beleg dafür, dass die Stimmung in der Mannschaft passt.

Nagelsmann hob zugleich hervor, dass seine Spieler in den ersten Trainingstagen hochkonzentriert gearbeitet hätten. Die Mannschaft sei auf dem Trainingsplatz von Beginn an mit viel Energie unterwegs gewesen.

Neuer mit Reha im Plan, Baumann bleibt im Tor

Dass Oliver Baumann bis zur Rückkehr von Manuel Neuer das Tor hütet, hatte Nagelsmann bereits zuvor klargemacht. Beim Rekordnationalspieler verläuft die Reha laut Bundestrainer planmäßig. Neuer sei beim Lauftraining schon wieder deutlich weiter, es gebe keine Probleme.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Abergläubische: Auch vor dem WM-Triumph vor zwölf Jahren hatte Neuer die letzten Tests verpasst – damals wegen einer Schulterverletzung.

Wieder ein gutes Omen in Mainz?

Der Spielort Mainz weckt ebenfalls Erinnerungen. Unmittelbar vor der Abreise zur WM 2014 gewann Deutschland dort 6:1 gegen Armenien, wenige Wochen später folgte der Titelgewinn in Rio de Janeiro. Nur eines soll sich diesmal nicht wiederholen: eine bittere Verletzung wie damals bei Marco Reus, der in Mainz den WM-Start verpasste.

Reise in die USA rückt näher

Nach den Trainingstagen in Herzogenaurach und dem Test gegen Finnland steht für die DFB-Auswahl noch eine weitere Partie an. Am Dienstag fliegt das Team nach Chicago, wo am 6. Juni die USA der letzte Gegner vor dem WM-Start sind. Zwei Tage später bezieht die Mannschaft ihr Quartier in Winston-Salem in North Carolina.

Kimmich machte klar, dass die Mannschaft beide Vorbereitungsspiele gewinnen will. Siege, so der Kapitän, brächten am Ende das nötige Selbstvertrauen – im Fußball wohlgemerkt, nicht beim UNO.

Die WM-Gegner in der Gruppenphase

In der Vorrunde trifft Deutschland am 14. Juni in Houston auf Curaçao. Danach folgen die Spiele gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto sowie gegen Ecuador am 25. Juni in East Rutherford.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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