Einzelkritik zum deutschen Team
Houston (dpa) – Die DFB-Elf zeigte viele starke Momente, offenbarte aber auch Schwächen. So präsentierten sich die deutschen Spieler im Überblick:
Manuel Neuer: Gleich der erste Abschluss der Gegner saß. Danach blieb es bei seinem Comeback lange ruhig, ernsthaft eingreifen musste er kaum. Stattdessen trieb er immer wieder die Fans an. Die wirklich schweren Aufgaben stehen noch bevor.
Joshua Kimmich: Bereitete Musialas Treffer mit einem starken Ball vor und legte auch für Undav auf. Insgesamt unterliefen ihm jedoch mehr Ungenauigkeiten als sonst. Beim Gegentor hatte er zudem Pech mit einer unglücklichen Abfälschung.
Jonathan Tah: In der unruhigen Phase der ersten Hälfte leistete er sich einige für ihn ungewohnte Patzer. Zwischenzeitlich diskutierte er auffällig mit dem Schiedsrichter. Danach fand er aber wieder zu seiner gewohnten Sicherheit.
Nico Schlotterbeck: Beim Gegentor sah er unglücklich aus, ansonsten arbeitete er aufmerksam gegen den Ball. Mit einem Kopfball erzielte er sein erstes Tor im DFB-Trikot. Sein Jubel war ein deutliches Zeichen.
Brown: Als dynamischer Schienenspieler zahlte er das Vertrauen von Bundestrainer Julian Nagelsmann zurück. Vor allem seine Schnelligkeit tat dem Spiel gut. Mit seinem ersten Länderspieltor machte er seinen gelungenen Auftritt komplett.
Nmecha: Kam mit viel Wucht zu seinem ersten WM-Tor. Seine Präsenz auf dem Platz war deutlich zu spüren. Außerdem holte er vor der Pause den Elfmeter heraus. Er hat das Potenzial, bei der WM eine Führungsrolle einzunehmen.
Pavlovic: Im Mittelfeldzentrum fand er zunächst nicht wie gewohnt richtig Zugriff auf die Partie, zeigte aber großen Einsatz. Mehrfach brachte er sich in aussichtsreiche Abschlusspositionen.
Leroy Sané: Für weitere Startelfeinsätze war das keine überzeugende Empfehlung. Zu oft wirkte sein Spiel zu behäbig. Zudem ließ er mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt.
Jamal Musiala: Nach seinem schweren Beinbruch war das sein bislang stärkstes Länderspiel. Er präsentierte sich robust, setzte mit seinen Dribblings Akzente und belohnte sich mit einem Treffer.
Florian Wirtz: Mit Tempo und Technik stellte er die Defensive des Gegners immer wieder vor Probleme. Besonders sehenswert war das Zusammenspiel mit Nmecha. Für ein eigenes Tor fehlte ihm am Ende die letzte Entschlossenheit.
Kai Havertz: Er arbeitete zunächst daran, die richtigen Räume im Angriff zu finden, traf dann aber gleich zweimal. Vom Elfmeterpunkt blieb er wie schon bei der Heim-EM nervenstark und setzte auch den Schlusspunkt.
Deniz Undav: Nicht einmal eine halbe Stunde als Joker genügte ihm für deutliche Wirkung. Der Stuttgarter befindet sich klar in Topform. Erst bereitete er mit der Hacke für Brown vor, dann traf er selbst.
David Raum: Im direkten Vergleich mit Brown liegt er als Linksverteidiger derzeit eher zurück. Nach seiner Einwechslung war er aber schnell gut in der Partie.
Leon Goretzka: Kam in der zweiten Halbzeit für den starken Nmecha. Auf seine großen WM-Szenen wird er wohl weiter geduldig warten müssen.
Antonio Rüdiger: Ersetzte Tah nach der Pause und zeigte direkt im Laufduell seine Konsequenz. Der Abwehrchef von Real Madrid kann für die Defensive noch sehr wertvoll werden.
Waldemar Anton: Wurde in der Schlussphase für Kimmich gebracht. Als Ersatzmann dürfte er seine Aufgabe bei der WM zuverlässig erfüllen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion