Füchse Berlin verpassen erneut den Champions-League-Titel
Die Füchse Berlin haben den erstmaligen Gewinn der Handball-Champions-League erneut knapp verpasst. Im Finale des Final Four in Köln unterlagen die Berliner dem FC Barcelona mit 34:37 (16:20). Für die Katalanen war es bereits der 13. Triumph in der Königsklasse, während die Füchse wie schon im Vorjahr mit Rang zwei vorliebnehmen mussten.
Die Enttäuschung war nach der Siegerehrung groß. Mathias Gidsel nahm seine Silbermedaille kurz darauf wieder ab. „Ich bin leer, körperlich und emotional“, sagte der Welthandballer bei DAZN. „Das tut extrem weh. Wir haben alles probiert und gekämpft, deswegen stehen wir hier auch alle und sind leer.“ Immerhin wurde der Däne als bester Torschütze der laufenden Champions-League-Saison ausgezeichnet.
Schon 2024 hatte Berlin im Endspiel den Kürzeren gezogen, damals in einem deutschen Duell gegen den SC Magdeburg. Diesmal hatten sich die Hauptstädter am Samstag mit einer starken Offensivleistung im Halbfinale gegen den Rivalen aus Magdeburg durchgesetzt. Erfolgreichster Werfer der Berliner im Finale war Gidsel mit acht Treffern. Die Partie fand vor der Rekordkulisse von 20.122 Zuschauern in der Kölner Arena statt.
Neuer Anlauf in der kommenden Saison
Füchse-Trainer Nicolej Krickau blickte trotz der Enttäuschung bereits nach vorn. „Es tut mega weh jetzt. Aber wir kommen definitiv zurück“, sagte der Coach. Mit dem Saisonverlauf sei man insgesamt zufrieden, auch wenn das letzte große Ziel verpasst worden sei. „Wenn wir nächstes Jahr wieder hier in Köln sind, sind wir bereit, unsere Chance zu nutzen.“
Barcelona setzt sich früh ab
Das Endspiel begann mit viel Tempo und hoher Intensität. Beide Mannschaften gingen engagiert zur Sache, doch Barcelona konnte sich dank mehrerer wichtiger Paraden von Torhüter Emil Nielsen nach rund zehn Minuten erstmals deutlicher absetzen und führte zu diesem Zeitpunkt mit 8:5.
Auf Berliner Seite zeigte auch Dejan Milosavljev, der den Verein nach sieben Jahren verlässt und künftig in Polen spielen wird, eine starke Leistung. Mit mehreren Paraden hielt er sein Team im Spiel. In einer fehlerreichen Phase kämpften sich die in Neongrün spielenden Füchse auf 8:9 heran, doch anschließend zog Barça wieder davon und baute den Vorsprung bis auf 14:9 aus.
Gidsel, sonst oft prägend, kam zunächst nicht richtig zur Geltung und erzielte sein erstes Tor erst in der 25. Minute zum 12:16. Während der Däne in der ersten Hälfte kaum Akzente setzen konnte, überzeugte Barcelona in den ersten 30 Minuten nahezu perfekt und schlug Berlin mit dessen eigenen Mitteln. Weil die Katalanen im Abschluss konsequenter agierten, gingen die Füchse mit einem 16:20-Rückstand in die Pause. Über Barcelonas Schlussmann sagte Gidsel später: „Er ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt.“
Aufholjagd reicht nicht aus
Nach dem Seitenwechsel brachte Lasse Andersson, der nach sechs Jahren in Berlin in seine dänische Heimat zurückkehrt, die Füchse noch einmal näher heran. Zwischenzeitlich verkürzte Berlin auf zwei Tore, doch Barcelona antwortete schnell und stellte mit einem 4:0-Lauf auf 25:19. Vor allem Nielsen im Tor der Spanier blieb ein entscheidender Faktor.
Nach einer Roten Karte gegen Ludovic Fabregas, der Gidsel gefoult hatte, verkürzten die Berliner per Siebenmeter wieder auf drei Treffer. Später kamen die Füchse beim 30:32 sogar noch einmal bis auf zwei Tore heran und schöpften neue Hoffnung.
Doch Barcelona geriet nur kurz ins Wanken. Angeführt von Kapitän Dika Mem behielten die Katalanen in der Schlussphase die Kontrolle und nutzten ihre Chancen konsequent. Mem wird nach dem Ende seines Vertrags ab der Saison 2027/28 für Berlin spielen. Am Ende brachte Barça den Vorsprung souverän ins Ziel und verhinderte damit den zehnten Titelgewinn eines deutschen Klubs in der Champions League.
Magdeburg sichert sich Platz drei
Im Spiel um Platz drei setzte sich der SC Magdeburg deutlich mit 32:26 (17:11) gegen Aalborg Handbold durch. Der deutsche Meister durfte damit nach der Halbfinalniederlage immerhin noch Bronze feiern. Beim dänischen Klub steht auch Nationalspieler Juri Knorr im Kader.
Barcelona hatte sich den Finaleinzug am Samstagabend erst nach Verlängerung im zweiten Halbfinale gegen den dänischen Meister und Pokalsieger gesichert.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion