Evenepoel holt vierten WM-Titel im Zeitfahren
Remco Evenepoel hat erneut Radsport-Geschichte geschrieben: Der Belgier gewann in Montreal zum vierten Mal die Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren und stellte damit den Rekord von Tony Martin ein. Mit einer überlegenen Leistung setzte sich der Ausnahmefahrer klar vor dem Italiener Filippo Ganna durch. Die Bronzemedaille sicherte sich der Franzose Paul Seixas. Dem erst 19 Jahre alten Top-Talent fehlten 1:13 Minuten auf Evenepoel.
„Es ist einfach wahnsinnig. Natürlich bin ich hierhergekommen, um den vierten Titel nacheinander zu holen. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl, es war sehr schnell. Es war einfach wunderbar. Jetzt erhole ich mich, ich möchte diesen speziellen Titel erst einmal genießen“, sagte Olympiasieger Evenepoel nach seinem Triumph.
Damit steht Evenepoel nun auf einer Stufe mit Martin und dem Schweizer Fabian Cancellara, die ebenfalls jeweils vier WM-Titel im Kampf gegen die Uhr erringen konnten. Im Unterschied zu den beiden früheren Größen gelangen dem 26-Jährigen seine vier Siege allerdings direkt hintereinander. In der WM-Bilanz des Weltverbandes UCI liegen Evenepoel und Martin mit vier Goldmedaillen, einmal Silber und zweimal Bronze nun gleichauf. Cancellara holte zudem dreimal Bronze.
Deutsche Fahrer ohne Spitzenplatz
Für die deutschen Starter blieb ein Ergebnis in den vorderen Rängen aus. Jasha Sütterlin belegte Platz 14 und erfüllte damit die Erwartungen. Maximilian Walscheid kam nicht über Rang 27 hinaus und zeigte sich danach enttäuscht und ratlos. Im ZDF sagte er, das Resultat habe unter seinen eigenen Erwartungen gelegen, da er sich im Vorfeld weiter vorne gesehen habe.
Sturz-Pech bei Söderqvist
Evenepoel war auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs von Beginn an das Maß aller Dinge. Bei allen drei Zwischenzeiten lag er in Führung, bereits zur Rennhälfte hatte er seinen Vorsprung auf mehr als eine halbe Minute ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der junge Schwede Jakob Söderqvist noch auf Rang zwei. Der U23-Weltmeister des Vorjahres war lange auf Medaillenkurs, stürzte jedoch rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel und fiel noch auf Platz fünf zurück.
Ganna überzeugte dagegen mit einer klugen Renneinteilung. Bei der ersten Zwischenzeit lag der Weltmeister von 2020 und 2021 lediglich auf Rang zehn. Vor allem auf der zweiten Streckenhälfte, die unter anderem über den Formel-1-Kurs von Montreal führte, spielte der 30-Jährige seine Stärken aus und fuhr noch auf den Silberrang vor. Für Ganna war es nach 2023 und 2024 bereits die dritte WM-Silbermedaille in Folge.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber