Stuttgart beendet Bremens Lauf
Der VfB Stuttgart hat den Aufwärtstrend von Werder Bremen in der Bundesliga gestoppt. Vier Tage nach dem enttäuschenden 0:2 in der Champions League bei Galatasaray Istanbul setzten sich die Schwaben in einem eher mühsamen Spiel mit 1:0 (1:0) durch. Mit jetzt zwölf Punkten kletterte der VfB zumindest vorläufig auf Rang acht.
Den entscheidenden Treffer erzielte Maximilian Mittelstädt schon in der 7. Minute. Vor 60.000 Zuschauern war es für Stuttgart der zweite Liga-Erfolg nacheinander. Bremen bleibt mit 15 Zählern zwar zunächst Fünfter, kassierte aber die erste Bundesliga-Niederlage seit dem 1:4 zum Auftakt beim SC Freiburg.
Frühe Führung nach starkem Angriff
Die Gastgeber legten schwungvoll los – passend zur hitzigen Stimmung auf den Rängen. Über die rechte Seite kombinierten sich die Stuttgarter stark nach vorn, Grischa Prömel spielte den Ball flach durch den Strafraum, und Mittelstädt traf aus 14 Metern mit der Innenseite sehenswert unter die Latte. Werder-Keeper Karl Hein hatte keine Chance.
Danach verlor die Begegnung allerdings deutlich an Glanz. Stuttgart kontrollierte das Geschehen, ohne großen Aufwand zu betreiben, während Bremen offensiv kaum Ideen entwickelte. Die besten weiteren Ansätze vor der Pause hatten noch Chris Führich und Bilal El Khannouss, doch insgesamt fehlte dem VfB die Wucht, die das Team noch in Istanbul gezeigt hatte.
Bremen offensiv lange harmlos
Von der Sicherheit aus zuletzt sieben ungeschlagenen Ligaspielen war bei Werder zunächst wenig zu sehen. Klare Möglichkeiten blieben aus, gefährlich wurde es kaum. Ein Distanzschuss von Marco Grüll stellte VfB-Torwart Dennis Seimen, der erneut für Fabian Bredlow begann, vor keine Probleme.

Auch Niclas Füllkrug, den Trainer Daniel Thioune vor dem Spiel bei Sky noch als "aktuell sehr sexy" bezeichnet hatte, konnte zunächst kaum Akzente setzen. Auffällig war der Stürmer vor allem in den Zweikämpfen mit Jeff Chabot. Nach einem harten Luftduell, bei dem der Stuttgarter Abwehrspieler schmerzhaft zu Boden ging, sah Füllkrug die Gelbe Karte.
Werder wird nach der Pause stärker
Mit Beginn der zweiten Hälfte zeigte Bremen dann mehr Zug zum Tor. Gleich nach Wiederanpfiff bediente Füllkrug Youri Regeer, der frei vor Seimen auftauchte. Der Stuttgarter Schlussmann reagierte jedoch stark und verhinderte den Ausgleich.
Auf der anderen Seite hätte Mittelstädt fast seinen zweiten Treffer erzielt. Nach einer kurzen Eckballvariante kam der Linksverteidiger zum Flachschuss, doch Hein lenkte den Ball noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten.
In der Schlussphase wurde das Spiel lebhafter, auch weil Bremen mutiger nach vorn spielte. Die Mannschaft von Daniel Thioune erarbeitete sich einige Abschlüsse, blieb aber insgesamt zu ungefährlich. Einen sehenswerten Drehschuss von Ludovit Reis entschärfte erneut Seimen. Mehr ließ die Stuttgarter Defensive nicht zu, während der VfB nach vorne nur noch selten gefährlich wurde.
Am Ende reichte das frühe Tor von Mittelstädt für einen knappen Heimsieg – und für drei wichtige Punkte nach dem Dämpfer in der Champions League.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber