Fußball

Nürnberg zittert: Reichert rettet den Sieg

Nürnberg taumelt im Pokal fast ins nächste Debakel – dann wird Keeper Reichert im Elferkrimi zum eiskalten Retter.

23.08.2026, 11:46 Uhr

Jan Reichert wurde zum entscheidenden Mann für den 1. FC Nürnberg. Nach seiner letzten Parade im Elfmeterschießen rannte der Torhüter mit ausgebreiteten Armen zur Fankurve und verhinderte damit zum Auftakt des DFB-Pokals ein erneutes blamables Aus. Beim Drittligisten Viktoria Köln setzte sich der Club nach großem Zittern mit 5:4 im Elfmeterschießen durch.

„Da spielen Intuition und Instinkt eine große Rolle“, sagte der Kapitän der Mannschaft von Trainer Miroslav Klose nach der Partie. Vor allem aber sei er erleichtert, seinem Team geholfen zu haben.

Scobel bringt Nürnberg in Front

Nach dem bitteren Pokal-Aus im vergangenen Jahr gegen Regionalligist FV Illertissen – ebenfalls nach Elfmeterschießen – wollten die Nürnberger diesmal unbedingt ein ähnliches Debakel vermeiden. Das gelang zwar, allerdings nur mit viel Mühe und einer Portion Glück.

Piet Scobel erlöste die zuvor lange ideenlosen Franken in der 57. Minute mit dem Führungstreffer. Der Angreifer zeigte sich nach dem Spiel dennoch erschöpft: Ein Elfmeterschießen brauche er persönlich nicht noch einmal, sagte er, seine Nerven seien völlig strapaziert. Entscheidend sei nur, dass Nürnberg die nächste Runde erreicht habe.

Die Kölner gaben sich jedoch nicht geschlagen und wurden in letzter Sekunde belohnt. In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Meiko Sponsel per Kopf nach einer Freistoßflanke von Pascal Fallmann zum 1:1 und rettete Viktoria Köln damit ins Elfmeterschießen.

Reichert pariert zweimal

Klose war mit dem Auftritt seiner Mannschaft über weite Strecken unzufrieden. Wie schon im Derby habe sein Team nur schwer ins Spiel gefunden, zu langsam agiert und die passenden Räume nicht bespielt, erklärte der frühere Nationalstürmer. Zwar habe man in der Halbzeit einige Dinge angepasst und sich danach gesteigert, insgesamt sei der späte Ausgleich der Kölner aber verdient gewesen.

Viktoria Köln - 1. FC Nürnberg
Piet Scobel (M) brachte die Franken in Führung. Quelle: Fabian Strauch/dpa

Im anschließenden Elfmeterschießen zeigte Reichert dann erneut seine Klasse. Schon beim 4:2 im Frankenderby gegen Greuther Fürth hatte er vom Punkt überzeugt, diesmal hielt er sogar zwei Strafstöße. Auf Nürnberger Seite vergaben Giannis Masouras und Javier Fernandez. Für Köln scheiterten dagegen Pascal Fallmann und Niklas Jahn am starken Schlussmann, während Niklas Swider über das Tor schoss.

Nürnberg mit Glück weiter

Reichert räumte nach dem Spiel selbst ein, dass Nürnberg am Ende der glückliche Sieger gewesen sei. Viktoria Köln habe eine starke Partie geliefert, während der FCN große Probleme gehabt habe, zu seinem Spiel zu finden. Beim Elfmeterschießen sei ohnehin immer auch Glück im Spiel, sagte der Torwart, der nach dem Abpfiff von seinen Mitspielern gefeiert wurde.

Mit dem Einzug in die zweite Runde sicherten sich die Nürnberger zugleich zusätzliche Einnahmen von mehr als 400.000 Euro. Ende Oktober wartet nun die nächste Pokalaufgabe. Bis dahin will der Tabellenführer der 2. Bundesliga seine starke Ausgangsposition mit bislang sechs Punkten aus zwei Spielen weiter verbessern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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