Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat die Auswahl von Jürgen Klopps künftigem Trainerteam beim Deutschen Fußball-Bund positiv bewertet. In seiner Sky-Kolumne schrieb der frühere Weltfußballer, dass ihn die Einbindung von Klopps langjährigem Berater Mark Kosicke nicht überrasche. Beide seien seit vielen Jahren eng vertraut, und Klopp setze seit Jahrzehnten voll auf ihn. Matthäus betonte, es sei wichtig, jemanden an der Seite zu haben, der Themen aus einer anderen Perspektive betrachte und mit dem auch kontroverse Diskussionen möglich seien.
Klopp war am Freitag offiziell als neuer Bundestrainer vorgestellt worden. Zum Trainerstab gehören künftig seine langjährigen Weggefährten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sowie der frühere Dortmunder Profi Sven Bender. Über Bender sagte Matthäus, dieser arbeite nah an der Praxis, sehr gewissenhaft und bringe als Vertreter einer jüngeren Generation eigene Ideen mit. Gerade weil Bender den Fußball anders wahrnehme und durch seine Erfahrung im Nachwuchsbereich nah an den heutigen Spielern sei, könne er Klopp wertvolle Impulse geben.
Matthäus sieht DFB mit Mertesacker und Bender gut besetzt
Auch die geplante Rolle von Per Mertesacker als Geschäftsführer Sport begrüßte Matthäus. Der Weltmeister von 2014, der lange im Nachwuchsbereich des FC Arsenal tätig war und zudem als TV-Experte arbeitet, sei jemand, der seine Aufgaben mit großer Ernsthaftigkeit angehe und über das Tagesgeschäft hinaus denke. Matthäus zog das Fazit, dass sowohl Mertesacker als auch Bender eher ruhige, sachliche Charaktere seien, die im Fußball viel erlebt hätten. Damit sei der Verband in diesem Bereich gut aufgestellt.

Trotz des positiven Eindrucks warnte Matthäus davor, die Erwartungen nur an Klopps Auftreten festzumachen. Der neue Bundestrainer habe bei seiner Vorstellung alles gesagt, was man von ihm erwarten konnte. Entscheidend sei nun aber, wie diese Ankündigungen in der Praxis umgesetzt würden. Am Ende werde auch Klopp trotz seiner Ausstrahlung, seiner Persönlichkeit und seiner bisherigen Erfolge an Resultaten gemessen.
Effenberg fordert Konsequenz beim Leistungsprinzip
Ähnlich äußerte sich auch Stefan Effenberg. Er sagte gegenüber T-Online, Klopp müsse seinen Ankündigungen nun Taten folgen lassen. Besonders die Aussage des neuen Bundestrainers, die Tür zur Nationalmannschaft stehe grundsätzlich allen Spielern offen, wertete Effenberg als klares Signal. Damit habe Klopp das Leistungsprinzip deutlich hervorgehoben – und genau daran müsse er sich auch konsequent halten.
Nicht alle Aussagen bei Klopps erstem öffentlichen Auftritt kamen bei Effenberg allerdings gut an. Kritisch sah er den Hinweis des Trainers, wonach er gehen würde, falls seine Familie nicht in Ruhe gelassen werde. Nach Ansicht Effenbergs habe diese Bemerkung bei der Vorstellung nicht wirklich gepasst. Gleichzeitig ordnete er den Satz als typisch für Klopp ein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber